So trifft die Pandemie unsere Wirtschaft

Corona-Folgen: Jede zweite Firma hat Angst vor Schließung - eine Zahl macht Hoffnung

Ein Arbeiter schraubt an einem Metalgewinde.
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Die Wirtschaft kämpft mit den Folgen des Covid-19-Pandemie.

Kampf ums Überleben: Die Wirtschaft in München ringt mit den Folgen der Corona-Pandemie. Das zeigt eine neue Studie der Commerzbank. Positiv in der schweren Zeit: Kündigungen sind bislang für viele Betriebe keine Option.

  • Die Wirtschaft in München kämpft mit den Corona-Folgen
  • Jedes vierte Unternehmen ist bereits in Kurzarbeit
  • Trotzdem können viele bislang auf Kündigungen verzichten

Die Corona-Krise mit dem Lockdown von März bis Mai setzt den Unternehmen in München natürlich zu. Dennoch haben die Betriebe in der Landeshauptstadt die Krise etwas besser gemeistert als der Bundesdurchschnitt. Das zeigt eine Studie, die die Commerzbank gestern veröffentlicht hat. Dafür wurden bundesweit 3500 Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer zwischen den Monaten Juni und August befragt, davon 100 Firmen in der Metropolregion München. Die wichtigsten Ergebnisse der Analyse: 43 Prozent der Firmen in München spuren deutliche Auswirkungen aufgrund der Covid-19-Pandemie. Jede zweite Firma, nämlich 51 Prozent der Befragten, sieht sich in der Existenz bedroht.

Besonders kleinere Unternehmen brauchen Unterstützung

Auf Hilfe ist ein Viertel der Betriebe angewiesen. Am häufigsten wurden dabei die Zuschüsse von Land und Bund genutzt, erklärt Herbert Maier, Leiter Unternehmerkunden bei der Commerzbank. Vier von fünf Münchner Unternehmern, und damit deutlich mehr als im bundesweiten Vergleich, haben eine staatliche Unterstützung von weniger als 10.000 Euro erhalten. Bei nur sechs Prozent der Befragten gingen mehr als 10.000 Euro auf das Firmenkonto ein. Das heißt, dass insbesondere viele kleine Unternehmen in München betroffen sind.

Zu den schlimmsten Folgen, die sich für ein Unternehmen aus der Pandemie ergeben können, gehören Kündigungen. In diesem Punkt zeigt die Studie der Commerzbank einen positiven Aspekt. Denn 72 Prozent der Münchner Unternehmer kommen bislang ohne Personalmaßnahmen aus. Gegen Kündigungen spricht, dass zunächst andere Wege zur Verfugung stehen. Etwa das Kurzarbeitergeld. Es zeigt sich, dass sich knapp ein Viertel für diesen Schritt entschieden haben. Das bedeutet: Jedes vierte Unternehmen ist in Kurzarbeit.

Warnung der Handwerkskammer

Dass es wohl für die wenigsten einfach ist, die Pandemie wirtschaftlich zu überstehen, zeigt auch die Quartalsbilanz, die die Handwerkskammer für München und Oberbayern am Donnerstag gezogen hat. Zwar gebe es eine (durch die Lockerungen nach dem Corona- Lockdown) spürbare Erholung, doch die Krise sei noch lange nicht ausgestanden, erklärte der Präsident des Bayerischen Handwerkstages, Franz Xaver Peteranderl. Er warnte deutlich: „Die Erholung der Wirtschaft steht auf wackeligen Füßen.“

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