Alarmstufe Dunkelrot tritt in Kraft

Corona-Schock: So schimpfen die Wirte über neue Beschränkungen - „Trifft die Falschen“

Der Eingang zum Viktualienmarkt, an dem ein Hinweisschild zur Maskenpflicht steht.
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In München gelten am Montag neue Corona-Beschränkungen.

Der nächste Corona-Schock: München reißt die Marke von 100 neuen Fällen pro 100.000 Einwohnern. Das bedeutet: Die Bürger müssen neue, weitere Einschränkungen in Kauf nehmen. Betroffen ist vor allem die Gastronomie, die Wirte sind entsprechend sauer.

  • Alarmstufe Dunkelrot in München: Die 7-Tage-Inzidenz liegt seit Sonntag bei 100,6.
  • Neue Beschränkungen treten in Kraft, die vor allem die Gastronomie betreffen.
  • Die ohnehin schon gebeutelten Wirte fürchten um ihre Existenz.

Die Zahlen steigen und steigen: Am Sonntag wurden 206 weitere Coronafälle gemeldet. Sie sorgen dafür, dass die Sieben-Tage-Inzidenz die wichtige Marke reißt: In München gab es in den vergangenen sieben Tagen 100,6 neue Fälle pro 100 000 Einwohner. Damit liegt die Inzidenz für die Landeshauptstadt über dem kritischen Wert von 100! Damit tritt Markus Söders Alarmstufe Dunkelrot in Kraft. Und mit ihr die neuen Beschränkungen, die Bayerns Ministerpräsident festgelegt hat.

Regierung verschärft die Corona-Regeln für München

Ab dem heutigen Montag gilt: Die Sperrstunde für die Gastronomie beginnt eine Stunde früher. Um 21 Uhr müssen in Restaurants und Bars komplett schließen. Auch der Alkoholkonsum an beliebten öffentlichen Plätzen – dem Balde- und Gärtnerplatz, an der Gerner Brücke, am Wedekindplatz und im Bereich zwischen Reichenbach- und Wittelsbacher Brücke – wird weiter eingedämmt. Das Verbot gilt schon ab 21 Uhr. Um 21 Uhr schrillt genauso für die Betreiber von Tankstellen ein Alarm. Sie dürfen dann keinen Alkohol mehr verkaufen, aber weiter geöffnet haben. Außerdem gilt bei Sportevents und kulturellen Veranstaltungen: Nur noch maximal 50 Besucher sind zugelassen. Ausgenommen von dieser Regel sind Demonstrationen, Gottesdienste und der Hochschulbetrieb. Bei den persönlichen Kontakten gibt es hingegen keine Beschränkungen. Es dürfen maximal fünf fremde Leute oder zwei Haushalte zusammenkommen.

Wirte fürchten um ihre Existenz

Die neuen Regeln für München: „Sie treffen leider die Falschen“, sagt Florian Lechner, Wirt vom Paulaner am Nockherberg. „Wo die größten Hygiene-Regeln herrschen, wird man am härtesten gestraft. Für mich ist das nicht mehr nachvollziehbar.“ Wenn die Sperrstunde bei weiter steigenden Zahlen noch verkürzt werde, „kann man dann gleich ganz zulassen“, ärgert sich Lechner. Auch für Gregor Lemke, Sprecher der Innenstadtwirte, „passen die neuen Maßnahmen nicht zusammen.“ Denn: „Die Wirte haben sich nichts zu Schaden kommen lassen. Die Daten geben nicht her, dass es nach 21 Uhr gefährlicher ist. Und jeder kann sich ausrechnen, dass der Andrang größer wird in der kurzen Zeit. Die Leute gehen ja nicht um 21 Uhr nach Hause. Sondern das wird in Bereiche verdrängt werden, die man dann nicht kontrollieren kann.“ Lemke zufolge steige die Existenzproblematik durch die verfrühte Sperrstunde stark an. „Neben der Uhrzeit sehe ich das Problem, dass den Menschen suggeriert, dass es gefährlich ist ins Wirtshaus zu gehen, was nicht stimmt.“

Freiwillige Tests: Viele Menschen nehmen Angebot an

Fakt ist: Aktuell wurden in München 15 094 Erkrankungen gemeldet. In dieser Zahl enthalten sind 12 284 Menschen, die bereits genesen sind. Aktive Fälle gibt es derzeit also 2810. Das freiwillige Testprogramm der Staatsregierung wird rege nachgefragt: Seit dem Start vor drei Monaten haben sich im Freistaat 708 689 Menschen ohne Symptomen testen lassen. „Auch wenn diese Tests immer nur eine Momentaufnahme sind“, erklärt Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). „Sie sind ein nützliches Instrument, um Infektketten so früh wie möglich zu unterbrechen.“

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