„Lieblose Kommerzialisierung“

Andechser vor dem Aus: CSU schreibt Brandbrief an Eigentümer

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Der Andechser am Dom muss wohl noch in diesem Jahr schließen.

Die bevorstehende Schließung des Andechser am Dom lässt auch die CSU nicht kalt. Nun hat sich die Altstadt-Fraktion mit einem Brandbrief an den Eigentümer des Gebäudes gewandt.

Altstadt-Lehel - Viele Münchner fielen aus allen Wolken, als die traurige Kunde zu ihnen durchgedrungen war. Der Andechser am Dom muss zum 30. Juni 2018 schließen, Wirt Sepp Krätz sucht bereits nach einem neuen Domizil. Auch die CSU lässt das Aus für das Kult-Lokal am Dom nicht kalt. Mit einem offenen Brief hat sich der Ortsverband München-Altstadt nun an den Eigentümer des Gebäudes gewandt.

Die Nymphenburg Immobilien AG, die zum Firmengeflecht von August Baron von Finck gehört, hat neue Pläne für das Grundstück in der Münchner Innenstadt. Bereits jetzt sei das Stadtzentrum „immer mehr von einer lieblosen und austauschbaren Kommerzialisierung geprägt“, so die Lokalpolitiker in ihrem Brandbrief.

Lokalpolitiker wollen Andechser-Aus nicht kampflos hinnehmen

Noch hat Baron von Finck nicht bekanntgegeben, wie das Gebäude am Dom künftig genutzt werden soll. Dass dort wieder ein Lokal Platz finden wird, gilt jedoch als unwahrscheinlich. Die Altstadt-CSU will das Aus für den Andechser nicht kampflos hinnehmen.

"Sie haben es in der Hand, das „Münchnerische“ weiterhin zu dulden. Möglicherweise ist Ihnen gar nicht bewusst, welche Auswirkungen Ihre Immobilien-Entscheidungen auf die Lebensqualität in der Münchner Innenstadt haben", wirbt der Ortsverband für einen Erhalt der Wirtshauskultur rund um den Dom.

„Spielen Sie kein Monopoly mit uns“

Der Andechser ist beileibe nicht das einzige Traditionslokal in der Münchner Innenstadt, das von der Schließung bedroht ist. Ähnliche Spekulationen halten sich seit Jahren auch beim Franziskaner in der Residenzstraße. Besitzer des dortigen Gebäudes: Ebenfalls die Nymphenburg Immobilien AG.

Ihren flammenden Schrieb gegen die zunehmende Kommerzialisierung beenden die Lokalpolitiker mit einem Appell an den Baron: „Bitte handeln Sie mit Herz und Verstand für unsere Stadt München und spielen Sie kein Monopoly mit uns!“

Der offene Brief der Lokalpolitiker an August Baron von Finck.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Altstadt/Lehel – mein Viertel“.

lks

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