Kundgebung am Odeonsplatz

Pegida beschimpft KVR-Chef als Nazi

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KVR-Chef Blume-Beyerle am Montagabend. Seine Behörde hatte den Aufmarsch vor der Feldherrnhalle verboten.

München - Bei der im letzten Moment doch noch genehmigten Pegida-Demo am Montag ist es zu unschönen Szenen gekommen. Ein Demonstrant beschimpfte den KVR-Chef, der die Demo an der Feldherrnhalle zuvor eigentlich verboten hatte. 

Eigentlich dürfen Neonazis an historisch belasteten Orten und an solchen Jahrestagen nicht demonstrieren. Deshalb verbot KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle die Pegida-Demos am Montag und am 9. November, die direkt vor der Feldherrenhalle starten sollten.

Die ständige Teilnahme rechtsradikaler Kader und das unselige Goebbels- Zitat: „Wollt Ihr den totalen Krieg“ am vergangenen Montag waren für Blume- Beyerle genug, die Pegida- Demos als rechtsradikale Veranstaltung einzustufen und den Marsch ab der Feldherrnhalle per 40-seitiger Verfügung zu verbieten, sowohl für gestern als auch für die Kundgebung am übernächsten Montag.

Am 9. November 1923 fand an der Feldherrnhalle der Hitler-Putsch statt, am 9. November 1938 begann die Reichspogromnacht mit einer Rede von Joseph Goebbels im Alten Rathaus.

Das Verwaltungsgericht und der Verwaltungsgerichtshof genehmigten allerdings den gestrigen Pegida-Aufmarsch mit 200 Teilnehmern und 350 Gegendemonstranten. Ein Pegida-Redner beschimpfte Blume-Beyerle: „Sie sind ein Nazi!“ Der KVR-Chef sagt dazu: „Ich überlege, ob ich dagegen vorgehen werde.“

Die Gerichtsentscheidung für kommenden Montag steht noch aus. Blume-Beyerle fordert, das Gesetz neu zu interpretieren: „Als es geschrieben wurde, gab es Pegida noch nicht. Sollen wir warten, bis die einen Galgen dabei haben ?“

Den Ticker der Demo zum Nachlesen finden Sie hier.

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