Das sagt die Polizei

Drohne über der Praterinsel: Wurden Badegäste gefilmt?

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Über dem Kabelsteg an der Praterinsel kreiste die Drohne.

Am Montagabend lagen hunderte Münchner in Bikini und Badehose am Isarstrand an der Praterinsel, als plötzlich eine Drohne am Himmel auftauchte und über den Badegästen kreiste. 

München - Der technische Fortschritt macht es inzwischen auch Privatpersonen möglich, Filme und Fotos aus der Luft zu machen, was oft leider auch Spanner auf den Plan ruft: Am späten Montagnachmittag ist eine Drohne über den Isarstrand am Kabelsteg an der Praterinsel geflogen. Einigen der vielen Badegäste, die dort in Bikini und Badehose die abendlichen Sonnenstrahlen ausnutzten, ist das Fluggerät aufgefallen. Sie fragen sich nun: Von wem war die Drohne? Hat sie auch gefilmt? Wurden am Ende sogar Bilder von mir gemacht? Wir haben bei der Münchner Polizei nachgefragt, was es mit dem Drohnenflug über der Praterinsel auf sich hat. 

Hier wurde die Drohne gesichtet

Der Münchner Polizei war der Flug über dem Kabelsteg auf Anfrage unserer Onlineredaktion nicht bekannt. Für Montag hatte man dort insgesamt von drei Drohnenflügen Kenntnis. Zwei davon waren ordnungsgemäß angemeldet. Wegen eines dritten, nicht angemeldeten Fluggerätes, wurden die Einsatzkräfte nach Mittersendling gerufen, konnten den Besitzer aber vor Ort nicht ausfindig machen. Da der Einsatzort mehr als fünf Kilometer von der Praterinsel entfernt ist, handelte es sich dabei aber aller Wahrscheinlichkeit nach nicht um dieselbe Drohne. Wer das Gerät dort geflogen hat, ist also nicht bekannt, ebenso wenig, ob damit gefilmt wurde. 

Unbekannte Drohnen immer der Polizei melden

Wer eine Drohne sichtet und Zweifel hat, ob diese überhaupt fliegen darf, sollte immer die Polizei verständigen. Diese geht der Sache nach. Ohne entsprechende Erlaubnis droht dem Besitzer ein Verfahren wegen einer Ordnungswidrigkeit, eventuell sogar eine Strafanzeige.

Über Menschenansammlungen keine Drohnen erlaubt

Was genau erlaubt ist, regelt die Drohnenverordnung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Diese Infografik gibt einen Überblick:

Auf Nachfrage bei der Polizei wird allerdings die Komplexität der Sachlage deutlich. Grundsätzlich gilt: Über Menschenansammlungen sind im Regelfall keine Drohnenflüge erlaubt, da im Falle eines Unfalls die Gefahr zu groß ist, dass Personen zu Schaden kommen. Somit war auch der Flug über der Praterinsel, wo sich hunderte Badegäste tummelten, nicht erlaubt.

Drohnenflüge müssen außerdem immer angemeldet werden, sind sie gewerblich betrieben, erfordern sie zudem eine Genehmigung von der Regierung von Oberbayern. Diese Genehmigung muss stets mitgeführt werden.  

Handelt es sich um einen privaten Drohnenflug, so ist die Sachlage nochmal komplizierter. Hier sind Größe und Gewicht des Fluggerätes entscheidend, ob und wo geflogen werden darf. Und so kurios es klingen mag: Entscheidend ist auch, von wo aus die Drohne gestartet wird, so die Polizei. Von einem öffentlichen Grund darf sie ohne Genehmigung nicht gestartet werden, vom eigenen Privatbesitz dagegen schon. Allerdings ändert sich die Sachlage, sobald die Drohne private Grundstücksgrenzen verlässt und über öffentlichen Grund fliegt. Dann wird wieder eine Genehmigung erforderlich. Im Grunde ist fast immer im Einzelfall zu entscheiden, was wie erlaubt ist. 

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Altstadt-Lehel – mein Viertel“.

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