Eataly soll Käfer ersetzen

Feinkost-Italiener in die Schranne?

+
In der Schrannenhalle steht offenbar der nächste Wechsel ins Haus, wie die tz erfuhr.

München - Vino, Pasta e Dolce Vita: München wird noch italienischer. Im Herzen der Stadt soll nach tz-Informationen ein Laden für Kulturgenießer und Genusskultivierte von jenseits der Alpen in die Schrannenhalle einziehen - Eataly!

Vino, Pasta e Dolce Vita: München wird noch italienischer. Denn im Herzen der Stadt soll nach tz-Informationen ein Laden für Kulturgenießer und Genusskultivierte von jenseits der Alpen in die Schrannenhalle einziehen – Eataly! Der Kandidat ist so heiß wie eine Pizza frisch aus dem Holzofen: Der Feinkost-Italiener hat schon lange eine Präsenz an der Isar angekündigt. Heute will Schrannen-Boss Hans Hammer Neuigkeiten aus der Schranne berichten …

OB Dieter Reiter (SPD) bestätigte bereits am Donnerstag der tz den Plan: „Nachdem ich ein Vollsortimentler abgelehnt habe, habe ich mich gefreut, dass Hans Hammer einen anderen Vorschlag für die Schrannenhalle hat — nämlich Eataly zu etablieren. Ich bin mir sicher, dass dies eine Bereicherung für den Viktualienmarkt ist, und dass er den Standln nicht übermäßig Konkurrenz macht.“

Eataly soll natürlich nach Essen und Italy klingen und ist so etwas wie der italienische Feinkost Käfer: Da gibt es alles, was Leib und Seele zusammenhält. Neueste Offerte aus dem Internet-Shop: Funghi Porcini Interi – ganze, eingelegte Steinpilze aus dem Piemont. Halbes Kilo für 22,50 Euro. Für Dolce Vita braucht es gelegentlich eben die grande Geldbörse. Genauso erlesen wie die Produkte sind die Lagen der Nobel-Läden: Nur zwei Dutzend Märkte hat Eataly-Boss Oscar Farinetti (60) bislang eröffnet – darunter in New York und Tokio. Keine schlechte Zier für die Schranne.

Interessanterweise soll Eataly ausgerechnet Käfer in der Schrannenhalle ersetzen. Hammer hat den Auszug seines Spitzenmieters im Juli angekündigt. Da galt noch der Nobel-Edeka von Simmel als Spitzenkandidat. Seit OB Reiter sein Veto einlegte, waren die Supermarktler aus dem Landkreis Ebersberg nicht wieder am Viktualienmarkt gesichtet. Dafür aber gut gekleidete Herren aus Bella Italia.

Im Rathaus hatte man dem Schrannen-Chef bedeutet, dass für einen Supermarkt der Stadtrat eine Nutzungsänderung beschließen müsste – nur noch Handel, statt bisher auch Gastronomie und Kultur. Für einen Feinkost-Italiener wäre das wohl nicht nötig. Und: Die Schranne muss bisherigen Standln offenbar noch kündigen – Eataly scheint also deutlich größer als Käfer zu werden.

David Costanzo

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare