Immer mehr Fälle! So schützen Sie sich

Einbruchsserie: Auch Schuhbeck hat's erwischt

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Alfons Schuhbeck ist am Samstag Opfer von Einbrechern geworden

München - Die Einbruchsserie in München wird immer schlimmer. Jetzt hat es auch Starkoch Alfons Schuhbeck erwischt! Die Fahndung nach dem Täter läuft. Die tz zeigt auf, wie Sie sich schützen können.

Hier kam es zu dem Einbruch

Unter den vielen Einbruchsopfern der vergangenen Tage und Wochen gibt es nun ein prominentes Opfer: Starkoch Alfons Schuhbeck (64) . Die Gauner schlugen im Büro seines Partyservices am Platzl, das mit dem Restaurant Orlando, dem Sterne-Restaurant Schuhbeck’s, dem Weinbistro, der Kochschule, dem Gewürzladen, dem Tee- und Schokoladenladen und einer Eisdiele fest in der Hand des prominenten Kochs ist. Der Täter hat jetzt aber ein Problem: Die Polizei hat nämlich ein gestochen scharfes Foto von ihm aus einer Überwachungskamera!

Am Samstag gegen 16.30 Uhr war am Platzl rings um das berühmte Hofbräuhaus wie immer großes Touristengedränge. So fiel der einzelne Mann gar nicht weiter auf, der gegen 16.30 Uhr in den idyllischen Innenhof zu Schuhbecks Kochschule abbog. Durch das Untergeschoss gelangte er in die Büroräume im Erdgeschoss, wo der Einbrecher zunächst versuchte, die Registrierkasse aufzuhebeln. Die jedoch war leer. Da klemmte er sich den kleinen, nicht fest verankerten Möbeltresor unter den Arm und verließ damit auf dem gleichen Weg das Haus. Beute: 500 Euro, drei iPhones und 20 Originalschlüssel für verschiedene Schuhbeck-Betriebe.

Die tz erreichte den Starkoch am Dienstag in Russland. Dort kocht Schuhbeck für den FC-Bayern nach dem Champions-League-Spiel bei ZSKA Moskau Mittwoch Abend: „Es ist das erste Mal, dass bei uns eingebrochen wurde. Die Schlösser wurden schon alle ausgetauscht. Das schreibt die Versicherung so vor. Glücklicherweise hat der Täter am Samstag nicht versucht, die Schlüssel zu benutzen. Wahrscheinlich wollte der eh nur Geld.“

Der Mann ist im Unternehmen nicht bekannt: „Glücklicherweise. Das wär’ ja schlimm. Keiner von uns kennt ihn.“ Schuhbeck ist zuversichtlich, „dass die Polizei bald herausfinden wird, wer er ist“.

Das Foto wurde am Dienstag nicht veröffentlicht. Dafür bräuchte die Polizei einen richterlichen Beschluss. Vorher müssen auch erst alle anderen Fahndungsmaßnahmen ausgeschöpft werden.

Dorita Plange

Wahnsinn! Noch viele weitere Fälle

Wohl dem, der aufmerksame Nachbarn hat – wie dieser Fall beweist: Ein Anwohner in Trudering meldete am Montag um 9.45 Uhr über Polizeinotruf 110 einen mit drei Männern besetzten, dunklen Peugeot der mehrmals langsam durch die Hippelstraße fuhr. Die Polizei war schnell da. Volltreffer: Im Auto fand die Polizei Einbruchswerkzeug und ein in Worms (Rheinland-Pfalz) gestohlenes Handy. Im Hotelzimmer der Männer am Hauptbahnhof fand sich zudem die Beute aus einem Einbruch in einer Kinderboutique in Großhadern. Die drei rumänischen Einbrecher (31, 37 und 38 Jahren) sitzen in U-Haft.

In der Theresienstraße (Maxvorstadt) hatten die Täter am Montag Erfolg. In einem Wohnhaus zogen sie an zwei Wohnungen im zweiten und dritten Stock einfach die Schließzylinder heraus. In der Wohnung eines Ingenieurs (36) und einer Stylistin (44) fanden sie Goldschmuck und Bargeld und ein Laptop mit wichtigen Unterlagen.

Am Jagdfeldring in Haar überraschte eine heimkehrende Bewohnerin am Montag um 16.30 Uhr zwei Südländer (etwa 30 und 40 Jahre alt), die gerade im ersten Stock ihre Wohnungstür aufbrechen wollten. „Wir haben uns geirrt“, sagten die Männer – und flohen sofort.

dop

 

So schützen Sie sich

Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nun mal nicht. Doch kann man den Einbrechern das Handwerk so schwer wie möglich machen: Einbruchshemmende Beschläge an den Fenstern, ein festes Schloss an der Tür und nach Möglichkeit auch noch ein breiter, fest in der Wand verankerter Sperrriegel – das sind geeignete Maßnahmen, um Einbrecher von vornherein zu vergraulen oder ihnen das Eindringen im fremde Wohnungen und Häuser so schwer zu machen, dass sie nach einigen Versuchen bald wieder aufgeben. Die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle des Polizeipräsidium München ist unter Tel. 089/2910-3430 von Montag bis Freitag 8 bis 11 Uhr und Montags bis Donnerstag von 13 bis 15 Uhr für Terminvereinbarungen und eventuelle auch Besuchstermine und Beratungen vor Ort erreichbar. Dort gibt es auch Listen seriöser Handwerker.

 

Krisen-PK mit Innenminister

Hinter jedem einzelnen Fall steht Schrecken, Angst, Verlust und große Verunsicherung: Die Einbruchszahlen in München, Bayern und der Bundesrepublik brechen täglich neue Rekorde. So schlimm wie heuer war es noch nie.

Darum informieren am Mittwoch im Münchner Polizeipräsidium der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä über die aktuelle Lage. Zudem wird über die bisherigen Erfahrungen zur Münchner Präventionsaktion „Sicher wohnen – Einbruchsschutz“ berichtet. Neben den Experten für Prävention wird auch ein Opfer berichten, was für ein furchtbares Gefühl es ist, wenn Fremde im Persönlichsten herumgewühlt haben. Theoretisch kann es jeden Bürger jeden Tag treffen, denn die Einbrecherbanden sind längst nicht mehr nur in den sogenannten Nobelvierteln sondern mittlerweile in allen Stadtvierteln unterwegs.

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