Keine Terror-Angst

So voll war es am ersten Advents-Wochenende in der Innenstadt

+
Proppenvoll war es in der Kaufingerstraße am Samstag.

München - Am ersten Advents-Wochenende war es trotz der Terroranschläge von Paris in der Innenstadt wie in den Vorjahren: In den Geschäften und am Christkindlmarkt am Marienplatz ging es dicht gedrängt zu.

Nein, wir haben kein Angst! Die Münchner sind auch in diesen Zeiten, in denen man die Gedanken an den Terror im Hinterkopf hat, in Scharen in die Innenstadt gepilgert. Am ersten Advents-Wochenende war es wie in den Vorjahren: die Fußgängerzone dicht gedrängt, kaum ein freies Platzerl in den Cafés. 

Der ein oder andere war schon Weihnachtsgeschenke einkaufen. Andere gönnten sich Bratwurst, Lebkuchen und Glühwein auf dem Christkindlmarkt am Marienplatz. Dort gibt es für Figurbewusste heuer sogar zuckerreduzierten Glühwein. OB Dieter Reiter (57, SPD) hatte den Christkindlmarkt am Freitagabend eröffnet.

Und dazu den Christbaum – eine, nun ja, etwas lichte Fichte aus Ruhpolding – erleuchtet. 131 Händler bieten bis zum Heiligen Abend Kripperlfiguren, Glühwein & Co. an ihren Standln an. Die mehr als drei Millionen erwarteten Besucher soll neben einem verstärkten Polizeiaufgebot auch ein privater Sicherheitsdienst schützen. 

Die tz hat sich in der Innenstadt umgehört: So ist das erste Advents-Wochenende für Standlbetreiber, Innenstadt- Shopper und Christkindlmarkt- Besucher gelaufen. 

Gutes Geschäft

Ich bin heuer das erste Mal mit einem Bratwurst- Stand auf dem Christkindlmarkt. Davor habe ich Ofenkartoffeln verkauft. Die Kundschaft ist wie immer, von Verunsicherung spüre ich nichts. Ich bin auch gelassen, wir lassen uns nicht einschüchtern. Mit dem Geschäft bislang sind wir zufrieden: Sehr gut gehen bis jetzt unser Zwiebelfleisch und die klassische Bratwurst.

CHRISTINE KÜBLER-DRÄGER (44), MÜNCHEN, INHABERIN „KLEINES SCHLEMMERHAUS“

Besucher lassen sich keine Angst machen

Für uns läuft das Geschäft bis jetzt sehr gut. Die Leute sind gar nicht ängstlich – wie jedes Jahr sind viele Touristen gekommen. Wir sind das achte Jahr auf dem Münchner Christkindlmarkt und haben zum Beispiel viele Kunden aus den USA, die sich unsere selbst gemachten Lebkuchen mitnehmen. Heuer neu: Rum- Kokos-Lebkuchen und Bio- Ananasstangen mit Marzipan.

CLAUDIA LIPP (50, V.L.), GABI PÖTZSCH (68) UND SANDRA RINGER (45) VON DER „LEBKUCHENBÄCKEREI“

Dem Wetter trotzen

Wir lassen uns vom nasskalten Wetter nicht unterkriegen – da trinken wir einfach mehr Punsch und Glühwein! Der Münchner Christkindlmarkt gefällt uns sehr gut. Allgemein finden wir die Stadt sogar schöner als etwa Wien. Wegen des Terrors in Paris haben wir schon kurz überlegt – aber das Leben muss einfach weitergehen! 

VERONIKA NEMETH (47) AUS LINZ MIT IHREM MANN CHRISTIAN (46) UND IHREN KINDERN LAURENCE (13, VORNE) UND ALEXANDER (14)

Hohe Erwartungen

Ich habe 20 Jahre lang in Nürnberg gewohnt, deswegen habe ich hohe Ansprüche an den Christkindlmarkt. Gerade haben wir uns schon den am Sendlinger Tor angeschaut. Der war nett, aber überschaubar. Jetzt sehen wir uns am Marienplatz um.

FREDERIC WINNER (30), WARENMANAGER, NEWCASTLE, MIT FREUNDIN SARAH WIRTZ (25), HOTELFACHFRAU, AACHEN

Figuren für die Krippe

Meine Schwester ist aus Braunschweig zu Besuch: Da wollten wir natürlich auch auf den Christkindlmarkt schauen. Ich finde es jedes Jahr wieder schön. Es gibt so viele kleine Teile für die Krippe, vielleicht finden wir was. Als Münchnerin gehe ich natürlich hierher – da lasse ich mich von nichts einschüchtern.

MARIT WAHRENDORF (42), APOTHEKERIN UND DESIGNERIN AUS MÜNCHEN

400 Euro ausgegeben

Das Wochenende auf dem Christkindlmarkt war ein Geburtstagsgeschenk. Am Freitag sind wir aus Köln angereist und waren am Samstag am Marienplatz Glühwein trinken und einkaufen. Um die 400 Euro haben wir für Weihnachtsgeschenke ausgegeben. Wir haben zum Beispiel ein Kleid für die Tochter unserer Nichte gekauft.

BIRGIT (54) UND BRUNO (66) RÖTTGEN, VERWALTUNGSANGESTELLTE UND SELBSTSTÄNDIGER AUS KÖLN

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

So will die Stadt das Feiervolk bremsen
So will die Stadt das Feiervolk bremsen
MVG-Offensive: So soll der Nahverkehr besser werden
MVG-Offensive: So soll der Nahverkehr besser werden
Bus-Streik in München: Das erwartet Fahrgäste am Dienstag
Bus-Streik in München: Das erwartet Fahrgäste am Dienstag

Kommentare