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Eine Premiere sogar ausverkauft

Faust-Festival im Resi: Einlass auch im DFB-Trikot

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Links eine Szene aus "Grieche sucht Griechenland", rechts: Sie wissen schon.

München - Zeitgleich mit dem Anpfiff des WM-Spiels gegen Frankreich läuft das Faust-Festival im Marstall an. Trotz vier Premieren an einem Abend: Bleiben heute die Theater-Zuschauer weg?

Husch, husch zum Bildschirm: Wenn Deutschland bei der Fußball-WM aufspielt, sind Münchens Straßen plötzlich menschenleer. Um so voller wird es in Biergärten und Kneipen. Denn Public Viewing ist bei Länderspielen längst zum Volkssport geworden. Um der deutschen Elf durch lautes Singen, Zittern und Fachsimpeleien zum Sieg zu verhelfen, sind vom Anwalt bis zum Grundschulkind alle dabei.

Umgekehrt könnte es an diesem Wochenende jedoch bei einem anderen Festival in München aussehen: Denn gleichzeitig mit dem Anpfiff im Maracana-Stadion läuft das Theaterfestival „Marstallplan“ des Münchner Residenztheaters an, das sich an zwei Tagen dem Goethe-Stoff des „Faust II“ widmet. Vier Premieren (die erste ab 18 Uhr, die letzte ab 22.30 Uhr) an einem Abend sollen die Münchner in den Marstall locken – doch sind die nicht lieber beim Public Viewing?

Angst vor leeren Rängen habe man am Freitag um 18.00 Uhr nicht, sagt Sprecher Ingo Sawilla vom Residenztheater München: "Die Vorstellung 'Grieche sucht Griechenland' ist ausverkauft. Es gibt auch heute noch genug Leute, die das Theater dem Sportspektakel vorziehen." Zudem sei der Festival-Termin schon angesetzt gewesen, bevor die Spieltage der Fußball-WM präsent wurden. Wer zur Inszenierung der Griechenland-Erlebnisse Goethes von Sarantos Zervoulakos komme, habe also eine bewusste Wahl getroffen.

Man erwarte ein junges Publikum, das die beiden Interessen miteinander verbinde: „Ein Fan hat mir auf Twitter geschrieben, dass er nach dem Spiel noch zur Vorstellung kommt.“ Auch dass ein paar enttäuschte Fußballenthusiasten bei schlechtem Spielverlauf zur modern inszenierten Klassik abwandern, sei denkbar.

Um den Einlass müssen sich Event-Wanderer mit Nationaltrikot und aufgeschminkter Flagge übrigens keine Sorgen machen: "Solange sie nicht laut herumgrölen, sind wir da sehr offen", sagt Sawilla. Sonst gelten im Theater die üblichen Regeln: Tweets und Telefonate sind tabu. Trotzdem müssen fußballbegeisterte Gäste auf nichts verzichten, so Sawilla: „Vor und nach den Vorstellungen wird genügend Zeit sein, zu twittern oder im Internet den Spielstand zu checken.“ Denn die Vorstellungen dauern jeweils nur so lang wie eine Halbzeit.

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