Viel Polit-Prominenz im Alten Rathaus

Festakt für Hans-Jochen Vogel: Das Vorbild

Mit einem Festakt hat die SPD am Donnerstag ihren früheren Vorsitzenden Hans-Jochen Vogel zu dessen 90. Geburtstag geehrt. Unter den Gratulanten unter anderem Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, Altkanzler Gerhard Schröder, Norbert Lammert und Christian Ude.
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Mit einem Festakt im alten Rathaus in München hat die SPD am Donnerstag ihren früheren Vorsitzenden Hans-Jochen Vogel zu dessen 90. Geburtstag geehrt. Unter den Gratulanten unter anderem Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, Altkanzler Gerhard Schröder, Norbert Lammert und Christian Ude.
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Mit einem Festakt im alten Rathaus in München hat die SPD am Donnerstag ihren früheren Vorsitzenden Hans-Jochen Vogel zu dessen 90. Geburtstag geehrt. Unter den Gratulanten unter anderem Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, Altkanzler Gerhard Schröder, Norbert Lammert und Christian Ude.
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Mit einem Festakt im alten Rathaus in München hat die SPD am Donnerstag ihren früheren Vorsitzenden Hans-Jochen Vogel zu dessen 90. Geburtstag geehrt. Unter den Gratulanten unter anderem Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, Altkanzler Gerhard Schröder, Norbert Lammert und Christian Ude.
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Mit einem Festakt im alten Rathaus in München hat die SPD am Donnerstag ihren früheren Vorsitzenden Hans-Jochen Vogel zu dessen 90. Geburtstag geehrt. Unter den Gratulanten unter anderem Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, Altkanzler Gerhard Schröder, Norbert Lammert und Christian Ude.

München - Mit einem feierlichen, stolzen Festakt hat die SPD gestern den großen Hans-Jochen Vogel zu dessen 90. Geburtstag geehrt. Jubilar Vogel zeigte sich gerührt.

Fast zwei Stunden wird schon über ihn gesprochen, da erhebt sich Hans-Jochen Vogel. Er steigt langsam auf die Bühne, legt seinen Gehstock neben das Rednerpult und beginnt zu sprechen. Zu seinem 90. Geburtstag zeigt sich Vogel seinen vielen Gästen als der Mann, der er immer war: pflichtbewusst, klar in seinen Überzeugungen – und, ja, auch das, demütig. Ein Hans-Jochen Vogel wünscht auf dieser Bühne nicht sich etwas zum Geburtstag, sondern seinen Gästen, seiner Partei – und seinem Land. Den Gästen wünscht er, dass sie auch 90 werden, „und das in dieser Weise erleben“. Für unser Volk hofft er, „dass es die Lehrern unserer jungen Geschichte nie mehr vergisst“. Und seiner SPD, dass sie dazu ihren Beitrag leisten möge, indem sie sich weiterhin für die Schwachen engagiert.

Die SPD hat sich für diesen Festakt eine besondere Dramaturgie überlegt. Es sprechen sämtliche aktuellen und einige ehemalige Inhaber von Partei- oder öffentlichen Ämtern, die Vogel einst inne hatte. Und da kommt bei diesem Lebenslauf einiges zusammen. Was alle elf Redner eint, ist der tiefe Respekt für die Lebensleistung Hans-Jochen Vogels. Einst war das oft anders: Vogel, der Pragmatiker, hatte viele Kämpfe mit Parteifreunden auszufechten. Aber an diesem Mittag im festlichen Alten Rathaussaal zeigt sich auch, dass viele in der SPD inzwischen einen sehr warmherzigen Blick auf den Jubilar haben.

Schröder und Gabriel danken Vogel

Vize-Kanzler Sigmar Gabriel, der wie einst Vogel SPD-Vorsitzender ist, hat ein besonderes Anliegen mitgebracht. Er will das öffentliche Bild von Vogel, dem pflichtbewussten Aktenfresser, zwar nicht widerlegen, aber doch erweitern. „Den Pflichtmenschen gibt es natürlich auch“, ruft Gabriel in seiner engagierten Rede. „Aber deutlicher noch sehe ich deine große Leidenschaft für ein freies und demokratisches Land und für ein freies und demokratisches Europa!“ Er habe Vogel nie oberlehrerhaft gefunden.

Gabriel dankt Vogel für dessen Rat – so wie Alt-Kanzler Gerhard Schröder, der eigens für den Festakt angereist ist. Schröder steht nicht auf der Rednerliste, macht sich einen geselligen Tag in München. Vor Beginn der Reden sitzt er in der noch fast leeren ersten Reihe. Die Fotografen, das Interesse sind heute nicht auf ihn gerichtet. „Ich bin hergekommen, weil ich ein großer Bewunderer von ihm geworden bin“, sagt der Alt-Kanzler im Gespräch mit unserer Zeitung. Zu seiner Juso-Zeit habe er Reibereien mit Vogel gehabt. „Aber während meiner Amtszeit hat er mir sehr geholfen. Wenn ich mir unsicher war, habe ich Hans-Jochen Vogel angerufen.“

Der war zunächst von 1960 bis 1972 Oberbürgermeister Münchens. Doch an diesem Tag geht es viel mehr um seine Verdienste um die Bundesrepublik – und um West-Berlin. Dessen Regierender Bürgermeister war er in den frühen achtziger Jahren für ein paar Monate. Der aktuelle Amtsinhaber Michael Müller (SPD) sagt, für viele Berliner sei Vogel bis heute einer der ihren. Müller würdigt, wie der ehemalige Chef der Ost-SPD, Wolfgang Thierse, auch Vogels Verdienste um die Deutsche Einheit und den Regierungsumzug von Bonn nach Berlin.

Der aktuelle SPD-Fraktionschef im Bundestag, Thomas Oppermann, trägt ein paar Anekdoten zur fröhlichen Stimmung dieses Mittags bei. Als Vogel Oppermanns Position inne hatte (1983-1991), sei es schon vorgekommen, dass jemand auf halb sieben einbestellt gewesen sei – und als er um 18.30 Uhr Vogel sprechen wollte, feststellen musste, dass dieser halb sieben in der Früh gemeint hatte.

Ungewöhnlich persönliche Rede von OB Dieter Reiter

Bundesjustizminister Heiko Maas erinnert an die Amtszeit Vogels in dieser Position unter Helmut Schmidt – und den Umgang mit den Terroristen der Roten Armee-Fraktion. Dass sich ein Rechtsstaat nicht erpressen lassen dürfe, sagt Maas, das müsse auch heute noch die Leitlinie sein.

Eine menschliche, eine münchnerische, eine ungewöhnlich persönliche Rede hält der Oberbürgermeister. Dieter Reiter hat Hans-Jochen Vogels Buch „Amtskette“ mitgebracht. Reiters Vater war ein einfacher Angestellter in der Stadtverwaltung – und hatte sich das Exemplar von Vogel persönlich signieren lassen. Kurz vor seinem Tod habe er das Buch dann seinem Sohn geschenkt. „Er war unheimlich stolz darauf, dass ihm sein Hans-Jochen Vogel diese Unterschrift gegeben hatte.“

Vogel selbst zeigt sich von alldem am Ende sehr gerührt. „Wenn ich zu urteilen hätte über mich“, sagt er noch. „Dann würde ich es wie einst Willy Brandt für sich formulieren: Man hat sich bemüht.“ Und dann dankt Vogel noch einem, von dem an diesem Tag noch überhaupt nicht die Rede war: dem Herrgott. „Der Gedanke, dass sich der Mensch irgendwann auch noch vor ihm verantworten muss, hat für mich eine Rolle gespielt“, sagt er. Hinterher schüttelt Hans-Jochen Vogel noch viele Hände, lässt Fotos machen, trinkt ein Glas Sekt. Als er geht, bleiben im Foyer seine Gäste zurück, die noch lange schwärmen von einem sehr schönen Mittag. Und von einem Jubilar, der ihren allergrößten Respekt verdient hat.

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