Testphase erfolgreich

Dauerhafte Fußgängerzone in der Sendlinger: Am Mittwoch wird entschieden

Aufwertung der Innenstadt: Die überwiegende Mehrheit der befragten Bürger bewertet die Fußgängerzone in der Sendlinger Straße positiv. foto: marcus schlaf

Am Mittwoch soll die Fußgängerzone in der Sendlinger Straße endgültig beschlossen werden. Ein Fazit aus einer positiven Testphase. 

München - Mehr als ein Jahr ist die gesamte Sendlinger Straße nun schon für Autos und Radfahrer gesperrt. Was vielleicht nicht jeder weiß: Immer noch ist die Fußgängerzone im Stadium eines Verkehrsversuchs. Doch nicht mehr lange. Am Mittwoch soll im Stadtrat die dauerhafte Einrichtung der neuen Fußgängerzone beschlossen werden. Die Verwaltung empfiehlt dies jedenfalls in ihrer Vorlage aufgrund der positiven Erfahrungen während der Testphase. Und es bestehen kaum Zweifel, dass es eine große Stadtratsmehrheit pro Fußgängerzone geben wird.

Kritik in einzelnen Punkten

Zwischen Juli 2016 und März 2017 hatten zwei Büros im Auftrag der Stadt Untersuchungen über die Akzeptanz und über die Nutzungsfrequenz der Fußgängerzone durchgeführt. Die Resonanz war überwiegend positiv. Und zwar nicht nur bei den Passanten, sondern selbst bei den Anwohnern, die zum Beispiel die neu gewonnene Wohnqualität ohne Autoverkehr positiv beurteilten.

Wie die Gewerbetreibenden äußerten die Anwohner aber Kritik bei den Punkten Erreichbarkeit beziehungsweise Lieferverkehr. Allerdings sei von vielen Geschäftsleuten auch zu hören gewesen, dass die meisten Kunden das Einkaufsklima nun als angenehmer empfänden. Die Straße sei ruhiger und schöner, es herrsche kein Gedränge mehr, heißt es. Die meisten Gewerbetreibenden hatten sowohl bei der Umsatzentwicklung als auch bei der Kundenfrequenz nahezu keinen Unterschied zur Zeit vor Einführung der Fußgängerzone bemerkt.

Noch eher eine „stillgelegte Fahrbahn“

Die Nutzer der Fußgängerzone bewerteten diese zu 82 Prozent als positiv. In einer von der Einzelhandelsinitiative City Partner beauftragten Studie kam heraus, dass 67 Prozent der Besucher der Fußgängerzone überzeugt davon sind, die neue Sendlinger Straße wirke sich positiv auf die Gesamtattraktivität der Innenstadt aus. Insgesamt haben seit Juli 2016 etwa zwei Drittel der Stadtbevölkerung und 31 Prozent der Umlandbürger die neue Fußgängerzone besucht. Allerdings sagten nur knapp die Hälfte der Befragten, dass die Fußgängerzone Flair hat und zum Verweilen einlädt. „Derzeit ist es eher eine stillgelegte Fahrbahn“, hatte Wolfgang Fischer, Geschäftsführer von City Partner, vor einiger Zeit erklärt.

Optische Aufwertung erwünscht

Die Konsequenz: Nahezu alle Befragten wünschten sich eine optische Aufwertung der Fußgängerzone: mehr Grün, mehr Sitzgelegenheiten, Freischankflächen sowie eine Absenkung der Gehsteige. Die bauliche Umgestaltung will die Stadt nun im nächsten Schritt angehen – sofern es am Mittwoch ein positives Votum gibt. Dabei werden zum Beispiel die Verwendung eines besonderen Bodenbelags vor der Asamkirche sowie die ganzjährige Aufstellung der Blumenkübel und Stühle geprüft.

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