Mitten in München

Gefährliche Aktion im Video: Brite turnt auf Kran herum

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Im Netz kursiert derzeit ein Video, indem sich der Brite James Kingston beim Klettern auf einem Kran filmt - in der Münchner Weinstraße. 

München - Nichts für Menschen mit Höhenangst: Im Netz kursiert derzeit ein Video, in dem sich der Brite James Kingston beim Klettern auf einem Kran filmt - in der Münchner Weinstraße. 

"Professional Adventurer" so bezeichnet sich der Brite James Kingston auf seiner Homepage. Eine milde Umschreibung für das, was er offenbar am liebsten tut - auf Kräne, Türme und Häuser klettern, je höher, desto besser. Ein irrwitziges Hobby, das weltweit immer mehr in Mode kommt. Der Russe Marat Dupri beispielsweise wurde damit zur Internet-Berühmtheit.

Wie Dupri fotografiert oder filmt auch Kingston sich selbst bei seinen Klettertouren und liefert schwindelerregende Bilder, die er gleich noch in seinem Online-Shop als Poster oder T-Shirt-Motiv anbietet. Mit den Videos befüllt er seinen YouTube-Kanal, dort gibt es Filme aus Bangalore und London - und jetzt eben auch einen aus München. Um den Sonnenaufgang anzuschauen, sei er dort hinaufgeklettert, vermittelt der Titel des Films, "and what a sunrise it was!!" schreibt der Freeclimber aus Southampton darunter.       

Das Problem an der Sache: Einfach so auf Kränen und Co herumzuklettern ist illegal, solange der Besitzer des Grundes nicht seine Einwilligung gibt. Wird eine solche Aktion bemerkt, rücken die Polizei und gegebenenfalls auch die Feuerwehr aus und holen denjenigen herunter. "Wir müssten erst einmal davon ausgehen, dass es sich beispielsweise um einen Suizidgefährdeten handelt", sagt Feuerwehr-Sprecher Andreas Felsner. Polizei-Sprecherin Elisabeth Matzinger ergänzt, "würde zu den Polizeikräften beispielsweise die Höhenrettung der Feuerwehr hinzugezogen, würde da gleich ein ganzer Zug mit Spezialkräften anrücken".

Für Krankletterer kann das ganz schnell richtig teuer werden: "Natürlich können dann auch Kosten erhoben werden", so Matzinger. "Auch strafrechtlich ist in so einem Fall einiges zu prüfen." Eine solche Aktion könne eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs nach sich ziehen, so Matzinger, weil Baustellen außerdem gesichert seien, wäre auch die Frage zu klären, ob derjenige sich etwa durch Sachbeschädigung Zutritt verschafft hat.        

Tollkühne, illegale Kletterer sind in München bisher zum Glück eine Seltenheit. Die jüngste Aktion des Kran-Kletterer Kingston blieb zwar zunächst unbemerkt, doch dank seines Internet-Videos, kann es gut sein, dass ihm jetzt doch noch Ärger droht. Die Angelegenheit geht derzeit zur Bearbeitung an die zuständige Dienststelle, Anzeige könnte auch noch im Nachhinein erstattet werden.   

In einem Interview mit der Zeitung Daily Mail betont Kingston, es gehe ihm nicht darum die Menschen zu ermutigen, hinaus zu gehen und sich an Kräne zu hängen. Vielmehr sollten sie hinausgehen und tun, was sie lieben.

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