Im Zweiten Weltkrieg zerstört

Geplanter Umbau: Geldgeber für Alpines Museum springen ab

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Schlichter als früher: So sieht das Alpine Museum jetzt aus.  

Das Alpine Museum auf der Praterinsel soll schöner und zugänglicher werden. Etwa fünf Millionen Euro Umbaukosten fallen dafür an. Einige potenzielle Geldgeber haben aber überraschend abgesagt. Derzeit fehlen über vier Millionen Euro für den Umbau.

München - Das Alpine Museum auf der Praterinsel ist seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr dasselbe. Es wurde damals nach der Zerstörung neu aufgebaut, Büroräume entstanden auf ehemaligen Ausstellungsflächen und die einstige Terrasse zwischen dem Gebäude und dem Eingang verschwand. Außerdem fehlt ein heute unverzichtbares Merkmal: Das Haus ist nicht barrierefrei.

Braucht Geld: Friederike Kaiser.

All das soll sich ändern. „Seit 2014 spielten wir mit dem Gedanken, das Haus in der Struktur wieder so herzustellen, wie es einmal war, es zusätzlich zu verschönern und stimmiger zu gestalten“, sagt Friederike Kaiser, die Leiterin des Geschäftsbereichs Kultur. Die Idee nahm seither Gestalt an. Besucher wurden befragt, und die TU München wurde in die Umgestaltungsideen miteinbezogen. Im Sommer 2016 schrieb das Haus einen Architektenwettbewerb aus, dessen Gewinner seit April 2017 feststeht. Bald stand der grobe Kostenplan. „Wir gehen derzeit von etwa fünf Millionen Euro für den Umbau aus“, sagt Kaiser. Verläuft alles wie geplant, entsteht ein Plus an Ausstellungsfläche von etwa 300 Quadratmetern.

Doch dieser Plan steht momentan auf wackeligen Füßen, weil ein potenzieller Förderer nach dem anderen absprang, auf die Kaiser stark gehofft hatte: EU-Interreg-Bayautnet (Fonds für regionale Entwicklung), der europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und die Städtebauförderung – von allen erhielt Kaiser im Vorfeld eine Absage.

Auch vom Kulturfonds Bayern, der in der Regel museale Projekte in Bayern fördert. Die Verantwortlichen dort können derzeit offenbar grundsätzlich keine Museen in München und Nürnberg unterstützen, da Projekte wie das Neue Museum Nürnberg oder die Pinakothek der Moderne in München in den vergangenen Jahren bereits hohe Summen des Fonds in Anspruch genommen haben. Kaiser hätte hier mit einer essentiellen Fördersumme gerechnet.

Eigentlich soll der Umbau planungsgemäß im Jahr 2020 starten, erzählt die Bereichsleiterin. „Ich bin zuversichtlich, dass wir die benötigten fünf Millionen Euro noch organisieren.“ Sie wird weitere potenzielle Förderer ansprechen, wie den Münchner Kulturbaufonds und die Landesstiftung Bayern. „Eine weitere Möglichkeit wäre, eine Spendenkampagne einzurichten“, sagt Kaiser, deren Museum sich ohne Steuergelder ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und privaten Förderern finanziert.

So sah das Alpine Museum vor dem Zweiten Weltkrieg aus. 

Das Museum auf der Praterinsel ist ein Haus voller historischer Schätze. In den Ausstellungsräumen, die 1911 eröffnet wurden, sind beispielsweise die Aquarelle der Gebrüder Schlagintweit ausgestellt – zweier Münchner, die bereits Mitte des 19. Jahrhunderts den Himalaya bereisten und das Hochgebirge erstmals fotografierten. Oder ein Bild von Alfons Walde von 1930 mit dem schlichten Titel „Aufstieg“, das derzeit auf eine sechsstellige Summe geschätzt wird. Und auch der Original-Eispickel von der Bergsteigerlegende Anderl Hinterstoißer ist dort in wenigen Jahren wiederzusehen. Hinterstoißer verunglückte bei der Besteigung der Aiger-Nordwand im Jahr 1936.

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Hüseyin Ince

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