Die Kitastrophe

Große Demo am Marienplatz: Das sagen Erzieher und Eltern

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Die Erzieherinnen wenden sich an den Personalreferenten der Stadt, Dr. Thomas Böhle.
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Isarindianer Willy Michl unterstützt die Streikenden auf dem Marienplatz.
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Tobias Frauenknecht (42): "Ich arbeite als Erzieher und Zirkuspädagoge in Inklusionsprojekten mit behinderten Kindern und Flüchtlingen. Firmen und die Regierung wollen hochqualifizierte Fachkräfte, aber kein Geld für Bildung ausgeben."
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Helga Schulze (53) : "Ich bin Diplom-Sozialarbeiterin aus Überzeugung, weil ich einen verantwortungsvollen und sinnvollen Beruf ausüben möchte. Da ich Kinder in Pflegefamilien und Einrichtungen vermittele und sie begleite, muss ich mich ständig in Konflikte begeben. Das belastet. Soziale Anerkennung in meinem Beruf erfahre ich kaum."
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Embiye Housseinoglu (25): "Eltern wollen ihre Kinder nicht bei Menschen abstellen, die Kaffeetrinken, sondern bei gut ausgebildeten Erziehern die Kinder fördern. Deshalb fordern wir mehr Gehalt. Ich arbeite zur Vollzeitstelle zehn Stunden als Verkäuferin."
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Sebastian Stiewe (31), Veranstaltungstechniker: "Ich bin zwiegespalten bei diesem Thema. Ich habe gelesen, dass die Forderungen für manche 20 Prozent mehr Geld bedeuten – das ist viel. Aber grundsätzlich unterstütze ich, dass Erzieher mehr Geld bekommen."
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Sabine Mittermeier (39), Angestellte: "Weil ich in Elternzeit bin, kann ich den Streik abfedern. Aber meine Tage sind lang. Ich frage mich, weshalb Abermillionen für den G7-Gipfel ausgegeben werden, aber für das Wichtigste – die Bildung – kein Geld da ist. Die Kita ist wie eine Vorschule, weil die Erzieher sehr qualifiziert sind und den Kindern viel beibringen."
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Vera Baron (42), Mutter: "Mein Sechsjähriger vermisst seine Freunde und die Förderung in der Kita. Ich wünsche mir so eine Bezahlung, dass auch mehr Männer in diesem Bereich arbeiten wollen. Derzeit können sie von dem Gehalt keine Familie ernähren."

München - Laut Polizei haben sich 800 Streikende am Mittwochmittag vor dem neuen Rathaus versammelt. Die tz sprach mit Erzieherinnen und Eltern über den Streik.

Der Isarindianer fordert seinen „Bruder“ Thomas Böhle in der dritten Kita-Streikwoche auf, für Erzieher und Sozialberufe mehr Geld zu erstreiten. Die Forderung von Willy Michl ist liebevoll in Gitarrenklängen verpackt, doch deutlich: Dr. Thomas Böhle, Münchner Personalreferent und Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber soll soziale Berufe aufwerten – durch höhere Eingruppierung und ergo mehr Geld.

Laut Polizei haben sich 800 Streikende am Mittwochmittag vor dem neuen Rathaus versammelt. Heinrich Birner von Verdi spricht von 2500, darunter solidarische Eltern. Mit ihren Schildern wenden sie sich an Böhle: „Herr Dr. Böhle, wir fordern keine Diätenerhöhung. Wir fordern eine angemessene Lohnerhöhung!“ Heute fährt Böhle zu einer Beratungsrunde der Arbeitgeber. Die tz sprach mit Erzieherinnen und Eltern über den Streik.

Jasmin Menrad

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