Alt-OB bei „Pulse of Europe“

Hans-Jochen Vogel: „Die EU ist notwendig für den Frieden“

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Europäer der ersten Stunde: Münchens Alt-OB Hans-Jochen Vogel.

München steht auf für Europa: Einen Ehrengast konnten die Veranstalter des „Pulse of Europe“ am Sonntag begrüßen: Hans-Jochen Vogel, Alt-Oberbürgermeister der Landeshauptstadt. 

München - 91 Jahre alt und doch kein bisschen leise, wenn es um eine Herzensangelegenheit geht: Alt-Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel beehrte am Sonntag die pro-europäische Kundgebung „Pulse of Europe“ auf dem Max-Joseph-Platz. Am Stock gehend kämpfte der SPD-Politiker sich die Treppe zur Bühne hoch. Er habe den beschwerlichen Weg auf sich genommen, „weil es um Europa geht und weil ich hier Menschen begegne, die sich engagieren und nicht nur die Mundwinkel runterziehen“, sagte Vogel.

Die Teilnehmer dankten es ihm mit lautem Applaus. Angefangen hatte die Demonstration ganz leise, mit einer Schweigeminute für die Opfer der Anschläge in St. Petersburg, Stockholm und Syrien. „Das waren Angriffe auf unsere Grundwerte und auf das, wofür wir hier stehen“, sagte eine Rednerin.

Die unabhängige Bürgerinitiative „Pulse of Europe“ will „den europäischen Gedanken wieder sichtbar und hörbar machen“ und wirbt für Freiheit, Frieden und Vielfalt. Die Teilnehmer der recht jungen Bewegung treffen sich immer sonntags um 14 Uhr – in mittlerweile 92 Städten in ganz Europa, wie die Veranstalter gestern stolz berichteten. In München schwenken die Europa-Fans stets auf dem Max-Joseph-Platz vor der Oper ihre blauen Fahnen. Gestern kamen wieder mehrere Hundert Menschen. Wie viele genau, konnte die Polizei nicht sagen. Man habe nicht gezählt, denn „da bleibt ja immer alles friedlich“, sagte ein Sprecher.

John Friedmann fand ein schönes Symbol für den Zusammenhalt

Alt-OB Vogel sprach gleich zu Anfang der Veranstaltung – trotz körperlicher Gebrechen hallte seine Stimme per Lautsprecher deutlich über den Platz. Der 91-Jährige erzählte von seiner Kriegsgefangenschaft und der damit einhergehenden Hoffnungslosigkeit. Nie hätte er damals geglaubt, sein restliches Leben in Frieden verbringen zu können. Dafür sei er unglaublich dankbar. „Und meine Dankbarkeit gilt auch den anderen europäischen Ländern, die uns nach dem Krieg geholfen haben.“ Vogel betonte: „Die Europäische Union ist die notwendige Voraussetzung für den Frieden in Europa.“ Sollte sie zerbrechen, hätten die einzelnen kleinen europäischen Staaten keinen Einfluss mehr aufs Weltgeschehen.

Ein schönes Bild für den europäischen Zusammenhalt fand Schauspieler John Friedmann, der die Veranstaltung in München mit organisiert. In der Hand hielt er einen Bleistift – und zerbrach ihn. In der anderen Hand hielt er 27 Buntstifte und versuchte das Gleiche – vergeblich. „Einen Graphitstift kann man ganz leicht zerbrechen – aber bei 27 Stiften geht das nicht so einfach.“

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