Für 16 Millionen Euro

Kernsanierung: An der Hauptfeuerwache bröckelt's

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Das denkmalgeschützte Gebäude der Hauptfeuerwache ist in einem maroden Zustand.

München - Im denkmalgeschützten Bau der Hauptfeuerwache am Sendlinger Tor ist vieles marode - es mangelt sogar beim Brandschutz. Der Stadtrat billigt jetzt einen Sanierungsplan mit einem Volumen von 16 Millionen Euro.

Sie ist Gehirn und Herz der Münchner Berufsfeuerwehr in einem: die Feuerwache 1 am Sendlinger Tor, Sitz der Dienststellenleitung und des Direktionsstabs. Im Jahr 1904 eingeweiht, ist sie heute die älteste der zehn Münchner Wachen. Zwar wurden Bereiche des denkmalgeschützten Gebäudes von Zeit zu Zeit renoviert, mit kosmetischen Eingriffen allein lassen sich die großen Defizite aber nicht mehr kaschieren. Es herrsche „erheblicher Instandsetzungsbedarf“, hieß es bereits im Jahr 2011 in einer Bestandsanalyse des Kreisverwaltungsreferats. „Annähernd alle Funktionsbereiche entsprechen nicht mehr den Anforderungen einer modernen Feuerwache.“

Der Stadtrat beauftragte daraufhin das Baureferat, Pläne für eine umfassende Sanierung zu erarbeiten – als erste Maßnahme im Rahmen des Konzeptes „Feuerwachen 2020“, mit dem die Stadt die Berufsfeuerwehr fit für die Zukunft machen will.

Der Stadtrat genehmigte jetzt die Gelder

Der Sanierungsvorplan für die Hauptfeuerwache liegt nun vor. Gestern billigte der Kreisverwaltungsausschuss das Konzept im Volumen von 16 Millionen Euro. Soviel kostet es, das Gebäude soweit zu ertüchtigen, dass die Feuerwehr ihren Aufgaben in Zukunft gerecht werden kann.

Der Plan sieht eine Kernsanierung in fast allen Bereichen vor. Besonders wichtig ist die Neugestaltung der Ausfahrten der Fahrzeuge. Tag und Nacht müssen diese nach 60 Sekunden die Tore verlassen haben. Das ist so vorgeschrieben, funktioniert aber nicht immer, weil die Anlieferwege zu den Werkstätten die Ausfahrten der Einsatzfahrzeuge kreuzen, es deshalb immer wieder zu Behinderungen kommt. Innerhalb der Wache sollen die Feuerwehrmänner zudem künftig schneller in den Fahrzeugen sitzen. Nach wie vor hapert es ausgerechnet bei der Feuerwehr am Brandschutz. Das soll durch umfangreiche Eingriffe in die Bausubstanz besser werden.

Das Rückgebäude sowie die Häuser am Unteren Anger werden ebenfalls modernisiert, dort befinden sich Verwaltung und Dienstwohnungen.

Die Sanierung ist aufwändig und teuer, da Rücksicht auf den Denkmal- und Ensembleschutz genommen werden muss. Den Standort am Sendlinger Tor hat man bei der Stadt trotzdem nie in Frage gestellt. Dieser sei wegen der verkehrlichen Anbindung an den Altstadtring „optimal“. #

Ulrich Lobinger

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