Wirtin traurig: "Das Stüberl ist mein Leben"

Kultkneipe am Viktualienmarkt muss dichtmachen

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Wirtin Bobby muss nach fast 40 Jahren den urigen Tresen im Heiliggeiststüberl am Viktualienmarkt räumen. Sie sagt: „Das Stüberl ist mein Leben“

München - Das Heiliggeiststüberl am Viktualienmarkt ist Kult. Doch jetzt ist klar: Wirtin Bobby muss ihre Kneipe im nächsten Jahr dichtmachen.

An der Decke quietschbunte Lichterketten, die Wände hängen voll mit Bildern, am alten Tresen drängen sich die Stammgäste: Das Heiliggeiststüberl am Viktualienmarkt ist Kult. Doch inzwischen steht fest: Wirtin Bobby muss ihre Kneipe im nächsten Jahr dichtmachen. Das hat die Eigentümerin des Hauses in der Heiliggeiststraße 1 gegenüber der tz bestätigt.

Das Heiliggeiststüberl am Viktualienmarkt.

Seit 1952 gibt es die berühmte Boazn am Viktualienmarkt, in der unter anderem Pfarrer Rainer Maria Schießler und Maler Wolfgang Prinz ein und aus gehen. 2015 wird alles vorbei sein: Dann läuft der Mietvertrag aus. „Wir haben viele Beschwerden bekommen über die starke Lärmbelästigung und die kaputten Gläser“, sagt die Vermieterin. Wirtin Bobby kann diese Argumente allerdings nicht nachvollziehen. „Man hat mir nahegelegt, die Kneipe zu schließen. Dass wir zu laut sind, kann ich nicht glauben. Wir machen doch jeden Tag pünktlich zu.“ Das Heiliggeiststüberl hat ohnehin nur bis 22 Uhr offen: „Das wissen auch unsere Gäste und bestellen so spät auch gar nichts mehr“, sagt Bobby.

Seit fast 40 Jahren führt die Wirtin das Heiliggeiststüberl, kennt fast jeden Gast beim Namen und weiß von vielen die Lebensgeschichten. „Wir haben 70 Prozent Stammgäste“, sagt die Münchnerin, die immer ein Lächeln auf den Lippen hat. Auch viele Promis kommen hier auf ein Bier vorbei. Namen will sie ungern verraten: „Bei mir ist jeder Mensch – ob berühmt oder nicht. Das soll auch so bleiben.“ Maler Wolfgang Prinz will für den Erhalt dieses Kulttreffs kämpfen: „Das Heiliggeiststüberl ist eine Institution, es darf nicht geschlossen werden!“

Wirtin Bobby hatte bis zuletzt die Hoffnung, dass die Hauseigentümerin doch noch einlenkt: „Das Stüberl ist doch mein Leben.“ Doch jetzt steht der Entschluss der Vermieter fest: „Wir wollen etwas Ruhiges, gerne eine typische Münchnerische Gastronomie.“

Christina Meyer

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