Was wird aus Hirmer-Garage und Sattlerplatz?

Augustiner und Hirmer pokern um dieses Grundstück

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Wie bei Monopoly München: Die Stadt will das Parkhaus-Grundstück vergeben: Ein Teil könnte ein neues Hirmer-Kaufhaus werden, ein Teil könnte die Augustiner-Familie Inselkammer erwerben.

München - Derzeit findet im Herzen der Stadt ein millionenschweres Monopoly statt. Es geht um die Zukunft des Hirmer-Garage und des Sattlerplatzes nebenan.

Es ist ein Spiel mit hochkarätigen Teilnehmern wie den Inselkammers und Hirmers. Auch die Rathaus-Mächtigen sitzen am Tisch. Und auswärtige Investoren sollen draußen bleiben: Derzeit findet im Herzen der Stadt ein millionenschweres Monopoly statt. Es geht um die Zukunft des Hirmer-Garage und des Sattlerplatzes nebenan. Die Stadt plant ein neues Quartier mit Geschäften, Büros und Wohnungen. Gestern wurde im Rathaus dafür der Weg geebnet.

Ende kommenden Jahres läuft der Pachtvertrag für das Hirmer-Parkhaus an der Sattlerstraße aus. Das Grundstück gehört der Stadt, die die Groß-Garage auflösen und das Areal völlig umgestalten will. „Frei Parken“ gibt es dann nicht mehr, die 400 Kurzzeit- und 146 Dauerstellplätze fallen weg. Im Neubau werden rund 200 Autos in der Tiefgarage Platz finden.

Damit die Stadt ihre Pläne umsetzen kann, muss sie sich mit den Nachbarn arrangieren. Da ist vor allem die Familie Inselkammer (u.a. Augustiner), deren Inka AG das ehemalige Postamt an der Sattlerstraße gehört. Un zwar mitsamt dem ehemaligen Parkplatz davor, den die Stadt zur öffentlichen Verbindung zwischen Kaufinger-Tor-Passage und der Hofstatt umgestalten möchte. Wie das klappen könnte? Die Stadt könnte das Grundstück mit einem Teilgebiet des Parkhaus-Grundstückes tauschen, womit die Inselkammers ein neues Gebäude bauen könnten. Die Familie will auch das ehemaliges Postamt um- oder neu bauen.

Auch ein anderes Münchner Familien-Unternehmen sitzt am Spieltisch: Das Modehaus Hirmer will eine Dependance an der Stelle des Hirmer Parkhauses errichten. Die Stadt plant ein zweites neues Wohn- und Geschäftshaus, das jenseits einer neu entstehenden Gasse zwischen Fürstenfelder Straße und Färbergraben entstehen soll.

Was das Spiel kompliziert macht: Die Stadt will die Grundstücke in Erbpacht vergeben. Als Kommune muss sie sie öffentlich ausschreiben, weshalb es gestern im Stadtrat die kritische Frage gab, wieso man dann schon mit Interessenten verhandelt. Allerdings ist keine EU-weite Ausschreibung vorgesehen, und es soll der „traditionellen Facheinzelhandel“ zum Zug kommen. Auch für potentielle Mieter könnte beim Innenstadt-Monopoly etwas herausspringen: Ein Drittel des Areals soll im „konzeptionellen Mietwohnungsbau“ zu zivilen Preisen vermietet werden.

J. Welte

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