Der Hirmer macht sich fein

Spektakuläre Umbau-Aktion in Fußgängerzone

+

München - Die letzten Kunden sind gerade weg – schon kommt die hydraulische Presse zum Einsatz! Das Münchner Traditions-Modehaus Hirmer hat am Samstagabend die letzte Phase seiner großen Umbauaktion eingeleitet.

Mit einer spektakulären Aktion: Die Bauarbeiter mussten mit Hilfe der Presse einen Meter mehr Platz nach oben für die neue Eingangstüre schaffen.

Die Truppe werkelte die ganze Nacht durch, beschützt von mehreren Wachmännern. Denn: Ohne die ausgebaute Türe stand das Geschäft praktisch offen. „Wir wollen ja nicht gegen die Ladenschlusszeiten verstoßen“, sagt Hirmer-Geschäftsführer Frank Troch augenzwinkernd. Die Arbeiter setzten nicht nur die Türe, sondern die gesamte Decke des Eingangsbereiches nach oben.

Das historische Treppengeländer wurde in den 50er Jahren geschmiedet. Auf dem Foto: Hirmer-Geschäftsführer Frank Troch (rechts) und Architekt Albrecht Prinz von Croy.

Dieser soll laut Troch bis zum Oktober im Stile einer Hotel-Lobby umgebaut werden. Naturstein kommt auf den Boden, dazu ein langer, blauer Teppich. „Die Kunden werden stärker erkennen, dass sie gerade in ein 9000-Quadratmeter-Haus gehen“, sagt der Geschäftsführer. Nach Abschluss der insgesamt sieben Jahre andauernden Umbauphase will Hirmer auf den sechs Etagen moderner wirken.

Hirmer-Geschäftsführer Frank Troch (links) und Architekt Albrecht Prinz von Croy.

Ein Relikt aus früheren Zeiten will Troch allerdings erhalten: das Treppengeländer aus den 1950er Jahren. Aus Bronze ist es geschmiedet und war lange Zeit von einer Plastikverkleidung verdeckt. „Wir haben es wieder freigelegt und durch zusätzliche Stäbe für Kinder sicher gemacht“, erzählt Architekt Albrecht Prinz von Croy. Kurios: Durch Zufall beauftragte das Modehaus Matthias Larasser-Bergmeister (50) mit den Arbeiten, den Neffen des damaligen Ebersberger Schmieds.

„Mein Onkel Manfred ist zwar schon 87, hat sich aber sofort an die Hirmer-Treppe erinnert, als ich ihm von meinem neuen Auftrag erzählt habe“, sagt Larasser-Bergmeister. Dabei sei auch rausgekommen, dass das Geländer etwas ganz Besonderes ist. Die gleichen Stäbe sind nämlich im Hildesheimer Dom verbaut.

Genauso stolz wie auf das Bronze-Geländer ist Hirmer-Geschäftsführer Troch auf eine weitere Neuheit: Eine Videowand, die über fünf Etagen gehen wird. 20 Meter ist sie insgesamt hoch – und soll München widerspiegeln. „Da wird dann der Eisbach zu sehen sein oder der Blick vom Alten Peter.“

Ramona Weise

Im Jahr 1914 wurde Hirmer gegründet. Heute wird das Familienunternehmen in dritter Generation geführt. Hirmer gilt als Deutschlands Spezialhaus Nummer eins für Herrenmode. Dabei gibt es vier Geschäftsbereiche: Das Hirmer Stammhaus in München, Hirmer Große Größen, Eckerle Herrenmoden und Hirmer Immobilien. Das Hirmer-Stammhaus in der Kaufingerstraße hat eine Fläche von 9000 Quadratmetern. Insgesamt arbeiten 350 Mitarbeiter im Haus. Das Unternehmen hat in ganz Deutschland noch 27 weitere Geschäfte.

Münchner verraten: Warum wir unseren Stadtteil lieben

Münchner verraten: Warum wir unseren Stadtteil lieben

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Neues Wirtshaus: Münchner Paar braut eigenes Bier
Neues Wirtshaus: Münchner Paar braut eigenes Bier
Berufung zurückgezogen: Todesfahrer muss in Haft
Berufung zurückgezogen: Todesfahrer muss in Haft
Bewaffnete Sicherheitswacht? 100 Sheriffs für München
Bewaffnete Sicherheitswacht? 100 Sheriffs für München

Was denken Sie über diesen Artikel?

Kommentare