Todesfahrer hatte einen Krampfanfall

Horror-Unfall an der Oper: Große Trauer um Brigitte L.

München - Ein epileptischer Anfall des 23-jährige Unfallfahrers war der Auslöser für den Horror-Unfall an der Oper. Für Brigitte L. (65) aus dem Landkreis Starnberg kam am Montag jede Hilfe zu spät.

Mitarbeiter befestigten einen Trauerflor an der Fahne vor dem Kuffler Restaurant.

Er dachte, er hätte seine Krankheit im Griff. Doch das war ein Trugschluss – mit entsetzlichen Folgen: Der 23-jährige Unfallfahrer Sven D. (Name geändert), der am Montag auf der Maximilianstraße einen Unfall mit einer Toten und mehreren Verletzten verursachte (tz berichtete), hat am Steuer seines 450 PS starken Audi RS4 einen epileptischen Anfall erlitten. Das verlautete am Dienstag aus Polizeikreisen. Ein Drama auch für den jungen Mann, der sich der Menschenrettung verschrieben hatte: Daheim im Landkreis Rosenheim arbeitete er in seiner Heimatgemeinde ehrenamtlich als Feuerwehrmann. Er soll kürzlich sogar noch eine Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger absolviert haben. Die Ärzte hatten da allerdings noch keine gesundheitlichen Probleme festgestellt.
Für die Hausfrau Brigitte L. (65) aus dem Landkreis Starnberg kam am Montag jede Hilfe zu spät. Sie wurde von dem Audi überrollt. Mehrere junge Männer hoben geistesgegenwärtig den Audi an und befreiten sie. Den Notärzten gelang sogar noch die Reanimation. Doch dann starb sie doch kurz nach der Einlieferung in die Klinik.

Ein Baustellenzaun umgibt die Reste des Parkscheinautomaten, der aus der Verankerung gerissen wurde.

In ihrem Heimatort im Landkreis Starnberg lebte sie zusammen mit ihrem Mann und ihrer Tochter (25) in einer Doppelhaushälfte. Ihr Mittelpunkt war die Familie und speziell die Tochter, zu der sie ein enges Verhältnis hatte. Wenn sich Brigitte L. mal ein bisschen entspannen wollte, fuhr sie nach München zum Shoppen. Das tat sie auch am Montag. Tragisch: Brigittes Tod ist ein weiterer schwerer Schicksalsschlag für ihre alte Mutter. Erst vor drei Jahren starb Brigitte L.’s Bruder. Die Trauer in der Familie ist grenzenlos.

Ein weiterer Mann (65), der von dem Sportwagen gegen die Balustrade der Lounge des Kuffler-Restaurants geschleudert und schwer verletzt wurde, ist außer Lebensgefahr. Er muss aber erneut operiert werden. Zum Zeichen der Anteilnahme befestigte die Wirte-Familie Kuffler am Dienstag einen Trauerflor an der Flagge ihres Lokals.

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Jacob Mell, Dorita Plange 

Rubriklistenbild: © Marcus Schlaf

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