Neuer Königshof

Hotel am Stachus: Dieser Bau spaltet die Münchner

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So soll das künftige  Hotel Königshof am Stachus aussehen.

München - Ein spektakulärer Entwurf für das neue Hotel Königshof am Stachus liegt vor. So viel ist klar: Dieser Entwurf wird für Diskussionen sorgen.

Ein monumentaler Block mit Natursteinverkleidungen und einem senkrechten Spalt. So soll das neue Hotel Königshof aussehen. Die Familie Geisel, Betreiber des Traditionshauses am Stachus, hat sich für den Entwurf des spanischen Architekturbüros Nieto Sobejano entschieden. Zweifelsohne ein moderner Entwurf – der für Diskussionen sorgen wird.

Die Geburt des neuen Hotels war schon in den vergangenen Jahren mit heftigen Wehen verbunden. Die Brüder Carl, Michael und Stephan Geisel wollen den in die Jahre gekommenen Nachkriegsbau zugunsten eines modernen Hauses abreißen und neu errichten. Erst wurden Holzgerüste aufgestellt, um festzustellen, wie viel Höhe das künftige Hotel verträgt. 2012 fiel der Saarbrücker Architekt Wolfgang Lorch mit einem Entwurf für ein 33 Meter hohes Hotel durch, das so hoch wie der Kaufhof werden sollte, acht Meter höher als der jetzige Bau. Vor sechs Monaten gab es schließlich einen Architektenwettbewerb, bei dem aus zwölf Entwürfen drei Sieger gekürt wurden – die Geisels wählten nun den spanischen, modernen Vorschlag aus.

Abrissarbeiten ab Ende 2017

Ende 2017 sollen die Abrissarbeiten beginnen, in zwei Jahren Bauzeit soll der neue Königshof als Luxushotel mit dann neun statt sechs Stockwerken und circa 95 Zimmern und Suiten errichtet werden.

„Das herausragende Stilelement wird ein vertikaler Einschnitt in der Fassade zum Stachus hin“, heißt es in einer Pressemitteilung. Außerdem soll es im obersten Stockwerk ein „Rooftop-Restaurant“ mit Panoramablick über München geben sowie eine Spa- und Wellness-Etage. Zudem wird geprüft, ob Teilbereiche der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können. „Die Familie Geisel ist sich der großen Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, den Gästen, aber auch der eigenen Familie bewusst und setzt mit den anstehenden Neuerungen Maßstäbe in der Privathotellerie Deutschlands“, erklärt Ute C. Hopfengärtner, Unternehmenssprecherin der Geisel Privathotels.

Johannes Welte

Und wie finden Sie den Entwurf für den neuen Königshof? Schicken Sie uns eine E-Mail an lokales@tz.de mit dem Betreff Königshof.

Vom Privathaus zum Hotel

Das Grundstück am Stachus bekam der Architekt Gustav Vorherr Anfang des 19. Jahrhunderts von König Max I. Joseph und baute dort ein privates Wohnhaus. 1866 entstand hier das Hotel Bellevue, wurde nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs in Hotel Königshof umbenannt. 1938 übernahmen Karl und Anna Geisel das Haus, das damals 200 Betten hatte. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus zerstört, der Neubau 1955 fertiggestellt. Heute ist der Königshof ein Fünf-Sterne-Luxushotel mit 71 Zimmern und 16 Suiten. Das Bild zeigt das Gebäude 1890.

Das sagen Anwohner & Passanten

Arthur Tuschak (62), Kaufmann aus München

Passt in die Umgebung. Meiner Meinung nach passen die beiden Türme zum Justizpalast. Sie fügen sich optisch gut ein. Der Entwurf gefällt mir, weil er auch in die Umgebung passt. So eine Fassade habe ich noch nicht gesehen. Sie erinnert mich an einen Schlüssel.

Rudolf Bleiholder (43), Juwelier aus München

Richtig flott! Also, ich persönlich finde den Entwurf mehr als mutig. Ich finde ihn sogar klasse! Die vorherigen Entwürfe kamen mir allesamt etwas einfach vor. Der hier gefällt mir aber wirklich gut. Im Vergleich zu den den anderen Entwürfen wirkt er richtig flott.

Claudia Valentinn (51), ­Softwareingenieurin aus München

Halbscharig. Mir gefällt der Entwurf nicht, weil ich mir nicht sicher bin, ob er zum Stachus passt. Ich empfinde ihn als modisch und geschmäcklerisch. Typisch: Nie gelingt etwas ordentlich Schillerndes. Alles wird eher halbscharig.

Dr. Wilfried Kaiser (71) und­Renate Kaiser (70), Richter a.d. und Dezernentin aus München

Ein Fortschritt. Modern und anders. So hässlich wie das Gebäude jetzt ist, ist es ein Fortschritt. Ein schön gegliederter Entwurf. Was gar nicht passt, hätte die Stadt vermutlich auch nicht genehmigt. Dr. Wilfried Kaiser (71) und­Renate Kaiser (70), Richter a.d. und Dezernentin aus München

tz-Stichwort: Die Geisels

Die Brüder Carl, Stephan und Michael Geisel (v. l.)

Die Brüder Carl, Stephan und Michael Geisel (v. l.) besitzen nicht nur den renommierten ­Königshof am Stachus. Zum Familienbetrieb gehören auch das Hotel Excelsior und das Anna Hotel in der Schützenstraße, das Cosmopolitan Hotel in der Hohenzollernstraße und Geisels Werneckhof in der Werneckstraße.

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