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Schlicht ist Trumpf! Das Hugendubel-Haus erstrahlt in klassischem Gewand

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Die neue Fassade des Hugendubel-Hauses ist schlicht - und das gefällt.

Klassisch und schlicht statt dominant und überfrachtet: Die neue Fassade des Hugendubel-Hauses am Marienplatz ist fertig – und sie erstrahlt ausdrücklich nicht in neuem Glanz.

München - Pomp wollte niemand an dieser architektonisch sensiblen Stelle der Altstadt. Jürgen Büllesbach, Geschäftsführer der Bayerischen Hausbau, beschrieb das neue Erscheinungsbild gestern so: „Die Fassade besticht durch unaufdringliche Schlichtheit.“

Etwa ein Jahr hat der Umbau gedauert. Das Ergebnis kann sich nach Meinung des Hauseigentümers sehen lassen. Die Pläne stammen maßgeblich vom Architekten Gert Goergens, der auch Stadtheimatpfleger ist. Das 1957 errichtete Gebäude war mehrfach umgebaut worden. Im Zuge der jetzigen Neugestaltung wurden die fast durchgehende Glasfront in den beiden oberen Stockwerken sowie die Panorama-Aufzüge entfernt, ebenso wie die markanten türkis-blauen Streben, die für viele ein Schandfleck waren. Alt-OB Christian Ude (SPD) hatte einmal geurteilt: „Die Fassade sieht aus wie ein in zwei Hälften aufgeschnittenes Stachelschwein mit zwei Giraffenbeinen.“

Jetzt zieren 10 000 „Diamanti“ – Natursteine aus Kelheim – die Fassade.

Ab August kann man auch in das Haus

Künftig werden im Hugendubel-Haus fünf Mieter unter einem Dach beheimatet sein. Im Erdgeschoss zieht die Telekom mit einem Flagship Store ein. Der Mobilfunk-Riese will sein gesamtes Portfolio präsentieren. An speziellen Themenwänden können sich die Kunden von Produkt-Innovationen überzeugen lassen. Im Erdgeschoss des Gebäudes, gegenüber dem Alten Peter gelegen, wird sich der neue Eingangsbereich des langjährigen Mieters Hugendubel befinden. Die Verkaufsflächen der Traditionsbuchhandlung sind im ersten und zweiten Stock. Die neue Filiale wird von ehemals 3600 auf 1200 Quadratmeter verkleinert, dafür insgesamt großzügiger und heller. Im fünften und sechsten Obergeschoss eröffnet das Luxushotel „Beyond by Geisel“. 19 exklusive Zimmer und Suiten werden einen Panoramablick auf das Rathaus, den Viktualienmarkt und die Stadt bieten. Außerdem kehren der Presseclub München ins vierte Obergeschoss und die von Karl-Heinz Wildmoser gepachtete Traditionswirtschaft „Zum ewigen Licht“ ins Erdgeschoss zurück. Wildmoser verspricht ein „uriges Ambiente“. Alle fünf Mieter beginnen nun mit dem Innenausbau und wollen Anfang August eröffnen.

Wirt Karl-Heinz Wildmoser junior (l.) und Hausbau-Chef Jürgen Büllesbach

Eine Besonderheit der neuen, unaufgeregten Fassade sind die aus Naturstein plastisch herausgearbeiteten ornamentalen Details, die sogenannten Diamanti. Sie erinnern an die Fassadenstruktur des „Palazzo dei Diamanti“ im italienischen Ferrara. Gesimse und Natursteinpfeiler sind aus hellem Kelheimer Auerkalk gefertigt. Die Schlichtheit der neuen Fassade werde durch die hochwertige Materialwahl und dezente Farbgebung in hellem Sandton unterstrichen, so Büllesbach. Auch das Nebengebäude am Rindermarkt ist ähnlich gegliedert wie die Front des Haupthauses am Marienplatz.

Vorher/nachher. Links: Die alte Fassade. Rechts: Das neue Hugendubel-Haus.

Ein positives Echo auf den Umbau hat Büllesbach von OB Dieter Reiter vernommen, der vom Rathaus auf das Hugendubel-Haus blickt. Wie hoch die Umbaukosten waren und wie sich diese auf die Mietkonditionen auswirken, wollte die Bayerische Hausbau nicht verraten. Vor Beginn der Modernisierung bezifferte der Eigentümer das Investitionsvolumen auf mehr als 10 Millionen Euro.

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