Befürchtungen der Innenstadt-Politiker

Hugendubel-Haus wird umgebaut: Großbaustelle am Marienplatz?

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Soll attraktiver werden: Das Hugendubel-Haus am Marienplatz.

München - Der beigefarbene Anstrich und die türkisblauen Pfosten sollen weg: Die Bayerische Hausbau will die Fassade des Hugendubel-Hauses am Marienplatz verschönern. Die Politiker in der Altstadt fürchten eine Großbaustelle.

Die Fassade des HugendubelHauses am Marienplatz ist Geschmackssache. Man könnte auch sagen: Der beigefarbene Anstrich und die türkisblauen Pfosten in den Obergeschossen fügen sich nicht gerade in das Altstadt-Ensemble ein. Die Silhouette des Gebäudes wurde jedenfalls in der Vergangenheit immer wieder kritisiert.

Das Erscheinungsbild soll sich bekanntermaßen demnächst zum Besseren verändern. Der Eigentümer des Gebäudes, die Bayerische Hausbau, wird die Fassade vom Frühjahr 2016 an in Abstimmung mit der Stadtgestaltungskommission sanieren. Darüber sind im Grunde alle froh, doch im Bezirksausschuss (BA) Altstadt-Lehel wurden nun Befürchtungen laut, dass sich während der Bauphase größere Einschränkungen für den Bus- und Radverkehr ergeben könnten. Auf Initiative der Grünen wurde daher in der jüngsten Sitzung beschlossen, das Kreisverwaltungsreferat (KVR) aufzufordern, dass es die Öffentlichkeit möglichst rasch über die Baustelleneinrichtung informiert. Womöglich, so die Befürchtung der Grünen, könnten Busse die Schleife über den Rindermarkt und Marienplatz nicht mehr befahren. Für Radfahrer wäre bei einer großräumigen Baustelle die direkte Nord-Süd-Innenstadtachse durchbrochen.

All diese Fragen will der BA nun geklärt wissen. KVR-Sprecherin Daniela Schlegel sagte auf Nachfrage unserer Zeitung: „Die Gespräche mit der Bayerischen Hausbau laufen.“ Über die konkrete Abwicklung der Baustelle könne man aber noch nichts sagen. Die Bayerische Hausbau erklärte: „Im Zusammenhang mit dem Betrieb einer Baustelle sind Einschränkungen des Verkehrs oftmals nicht ganz zu vermeiden.“ Man wolle die erforderlichen Einschränkungen jedoch möglichst gering halten und zusammen mit der Stadt ein Konzept für die Baustelleneinrichtung und Belieferung erarbeiten.

Die Abwicklung der Baumaßnahme ist von Frühjahr 2016 bis Sommer 2017 geplant. Das Gebäude bleibt dabei in seinem Volumen, seiner Kubatur und seiner Dachform unverändert erhalten – optisch wird es dagegen aufgewertet. Vorgesehen ist nach den Plänen der Bayerischen Hausbau eine klassisch-schlichte Fassade, die sich durch hochwertige Materialien und eine dezente Farbgebung auszeichnet. Die fast durchgehende Glasfront in den beiden oberen Stockwerken und die Panorama-Aufzüge werden entfernt, die Fensteröffnungen verändert und die Fassade durch Natursteinpfeiler und Gesimse gegliedert. Mit dem Umbau, so heißt es, solle das Gebäude auf seine unaufgeregte Haltung aus der ersten Wiederaufbauzeit nach dem Krieg zurückgeführt und die architektonische Qualität der 50er-Jahre herausgearbeitet werden. Dadurch bilde das Gebäude wieder eine Einheit mit den Nachbargebäuden.

Mit Beginn der Fassadensanierung muss die Buchhandlung Hugendubel aus seiner Filiale am Marienplatz ausziehen. Der Mietvertrag endet bereits zum 31. Dezember. Neuer Hauptmieter ist von Sommer 2017 an die Telekom. Der Mobilfunk-Riese hat vier Etagen angemietet und plant am Marienplatz einen „Flagship Store“. Die Telekom benötigt dafür aber nicht alle vier Etagen und verhandelt derzeit mit mehreren Interessenten über die Untervermietung von Teilflächen. Gerüchte, dass auch Hugendubel unter den Verhandlungspartnern ist und weiter ein Stockwerk besetzen soll, wurden bisher weder von der Telekom noch von Hugendubel kommentiert.

Klaus Vick

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