Polizei bittert um Mithilfe

Im Donisl: Touristen klauen ausgestopften Hasen mit Gewehr

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Wird im Donisl vermisst: Der ausgestopfte und mit einer alten Flinte bewaffnete Hase, der sonst als Deko im Lokal steht. Italienische Touristen stehen im Verdacht, ihn geklaut zu haben.

Ein kurioses und auch sperriges Dekorationsstück haben Touristen aus dem Donisl nahe dem Marienplatz geklaut. Dort hätte man das gute Stück gerne zurück. 

Für Ahnungslose war er immer nur der durchgeknallte Donisl-Hase mit dem Schießgewehr. Für die Mannschaft des Traditions-Wirtshauses am Marienplatz ist der kleine Möchtegern-Wolpertinger eine Art Wiesn-Maskottchen. Seit Jahr und Tag thronte der Wilddieb mit den langen Ohren jedes Jahr auf dem Kühlschrank der Après-Wiesn-Bar im ersten Stock – tausendfach fotografiert und belächelt von Gästen aus aller Welt.

Der Donisl in der Weinstraße. 

Bis Sonntag: Da wurde er nachts entführt von einer Gruppe ziemlich betrunkener Italiener. Der Auftakt zu einer Hasenjagd, die mittlerweile internationale Kreise zieht. Im Polizeibericht stand gestern ein denkwürdiger Fahndungsaufruf des Diebstahl-Kommissariats, den es so auch noch nie gab: „Wer hat in den Nacht bzw. in den sehr frühen Morgenstunden des Sonntag (24.9.) eine Gruppe von Männern in der Fußgängerzone beobachtet, die einen ausgestopften Feldhasen mit Ziergewehr als Trophäe mit sich führten?“ Die etwa 30-jährigen verdächtigen Hasendiebe trugen alle Pullover mit der Aufschrift des argentinischen Fußballclubs „Boca“.

Franziska Spöhrer vom Donisl zeigt den Kühlschrank, auf dem der Hase normalerweise thront.

Die Donisl-Ermittler sind schon etwas weiter. „Wir haben einen Hinweis bekommen, dass in einem Münchner Hotel in jener Nacht Italiener mit dem Hasen erschienen sind“, berichtete Franziska Spörer, Marketing- und Sales Managerin des Donisl. „Leider hatten die Gäste schon ausgecheckt. Den Rest müssen wir wegen des Datenschutzes der Polizei überlassen.“ Die große Hoffnung ist nun, dass die bayrisch-italienische Hasen-Krise diplomatisch gelöst werden kann – zum Beispiel in Form eines gesalzenen Briefes an die Verdächtigen mit der unmissverständlichen Bitte um zeitnahe Rückgabe. Der Hase gehört immerhin zusammen mit dem Hirschen zu den Lieblingsrequisiten des Donisl-Dekorateurs Mani und hatte noch einen zweiten Job: „Die Bar wird nach der Wiesn zum Alm-Chalet für Fondue-Abende umdekoriert. Da gehört unser kleiner Star natürlich dazu.“

Dorita Plange

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