Studie bestätigt Machbarkeit des Projekts

Hier soll an der Isar ein Schwimmbad entstehen - Baukosten aber verblüffen

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In der ersten Variante sind aus Sicht des Ingenieurbüros 1,2 Kilometer des Flusses zwischen Cornelius- und Praterwehr zum Baden geeignet.

Ein Flussbad in der Isar? Eine von der Stadt beauftragte Studie kommt zu einem positiven Ergebnis. Zwei Varianten sollen untersucht werden. Die Kosten sind enorm, die Rede ist von bis zu 34 Millionen Euro... 

München - Benjamin David kann es kaum fassen. „Wir sind absolut begeistert.“ Wir: Das ist der Verein Isarlust, der sich seit fünf Jahren für ein Flussbad an der Isar stark macht. In der Studie hat die Firma Werner Consult aus Wien fünf Varianten geprüft. Sie hat ein Stück von 1,8 Kilometern Länge zwischen Cornelius- und Maximiliansbrücke untersucht. Der Stadtrat soll am 10. Juli entscheiden.

In der ersten Variante, die nun genauer überprüft wird, sind aus Sicht des Ingenieurbüros 1,2 Kilometer des Flusses zwischen Cornelius- und Praterwehr zum Baden geeignet. Eine neue Wehranlage müsste errichtet werden, um die Fließgeschwindigkeiten zu regeln. Variante zwei wäre kleiner und würde sich in zwei Gebiete aufteilen: einen Bereich auf 650 Metern Länge zwischen Corneliusbrücke und Wehr. Und einen auf 150 Metern zwischen Mariannenbrücke und Praterwehr.

Flussbad an der Isar? Unmittelbares Erlebnis direkt am Wasser

Die Experten gehen von massiven Umbaumaßnahmen aus. Um Menschen vor Treibgut zu sichern, könnten mehrere so genannte Stabrechenklappen, eine Art Gitterkonstrukt, eingesetzt werden. Diese wiederum sollen beispielsweise am Wehr angebracht oder unter einer bestehenden oder sogar einer neuen Brücke versteckt werden.

Der Verein Isarlust macht sich seit fünf Jahren für ein Flussbad an der Isar stark.

In beiden Varianten sind Aufenthaltsbereiche in Form eines Balkons über die Isar hinaus denkbar. Oder es entstünden neue Brücken, die ein unmittelbares Flusserlebnis direkt am Wasser ermöglichen. Als Zu- und Abgänge könnten einzelne Treppen oder Rampen in Betracht kommen. Vorstellbar wären auch Sitzstufenkonstruktionen. Betrieben werden könnte das Flussbad von einem Verein oder einer Bürgerinitiative, sagt David.

„Jeder ist sofort beleidigt“ - Darum liebt dieser Schwimmmeister seinen Job trotzdem

Die Kosten aber sind hoch: Variante eins wird auf 16 bis 32 Millionen Euro geschätzt; Variante zwei auf 19 bis 34 Millionen Euro. „Das hat uns auch verblüfft“, sagt David. „Da müssen wir die weiteren Untersuchungen abwarten.“ Der Stadtrat muss zustimmen. 

Projekt Flussbad: Das sagen die Politiker

Bürgermeister Josef Schmid setzt sich seit Jahren für das Projekt ein. „Das Flussbad ist machbar: Das wird viele Münchner freuen - mich eingeschlossen. Mit dem Flussbad wird der Erholungsraum Isar weiter aufgewertet. München wird damit noch mehr an Lebensqualität gewinnen. Wir sollten jetzt die Planungen weiter vorantreiben.“ 

SPD-Stadtrat Jens Röver sagte:  „Mir ist es wichtig, dass wir in Bezug auf die Umgestaltung der Isar über einen Gesamtplan diskutieren und nicht über Einzelprojekte. Die Isar ist und bleibt ein Wildfluss mit geringer Wassertemperatur und stark schwankenden Pegelständen.“ Grünen-Chef Florian Roth sagte: „Ein Flussbad, das keine Naturschutzbelange tangiert, ist eine äußerst charmante Idee und machbar. Deshalb sollten wir mutig genug sein, dies auch bald zu verwirklichen.“

Bekommt München bald ein Isarflussbad? Bereits 2016 hatten Architektur-Studenten Entwürfe gestaltet und diese vorgestellt.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Altstadt/Lehel – mein Viertel“.

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