CSU dafür - SPD dagegen

Jetzt bekommt München ein Isar-Flussbad - dank hauchdünner Mehrheit

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Auf Holzplanken in der Sonne liegen und sich dann im Wasser abkühlen – das soll für Münchner bald in einem Isar-Flussbad möglich sein. Der Umweltausschuss stimmte jetzt für das Projekt zwischen Corneliusbrücke und Praterwehr 

München soll ein Isar-Flussbad bekommen. Zwischen Corneliusbrücke und Praterwehr soll ein gesicherter Bereich für die Fans der Isar-Fluten entstehen.

München - Der Umweltausschuss des Stadtrats hat dafür gestern die Weichen gestellt, allerdings nur mit einer hauchdünnen Mehrheit. CSU, Grüne, FDP und LKR votierten dafür, SPD und ÖDP waren gegen diese Idee. Vorgesehen ist der Bereich zwischen Corneliusbrücke und Praterwehr. Das entspricht einer Strecke von etwa 650 Metern. Eine Machbarkeitsstudie hatte ergeben, dass dieser Bereich am geeignetsten für ein Flussbad wäre. Nun soll es vertiefende Untersuchungen für die Realisierung geben.

Schon heute planschen viele Menschen in den Isarfluten. Der Gedanke eines Flussbades ist aus dieser Idee heraus geboren. Baden soll dort in einem gesicherten Bereich möglich sein und entsprechende Infrastruktur einen gewissen Komfort bieten. Die Gestaltung der Zugänge ist noch offen, möglich wären Einstiege über Rampen oder Treppen oder die Anbringung einer Plattform über dem Fluss. Derzeit werden die Nettoneubaukosten auf zehn bis 19 Millionen Euro geschätzt. Eine längere Variante hätte bis zu 34 Millionen Euro gekostet.

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Die CSU-Fraktion hält indes eine Kostenreduzierung für wahrscheinlich. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Hans Theiss erklärte gestern: „Die Wasserqualität der Isar ist selbst in der Innenstadt zum Baden geeignet. Zürich macht uns beispielsweise vor, wie entspannt das Leben am Wasser in einem der Flussbäder sein kann. Wir glauben an den Erfolg eines Isar-Flussbades.“ Ein derartiges Projekt stehe auch symbolisch dafür, „ob wir etwas Neues und Innovatives mitten in München wagen“.

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Die SPD, Rathaus-Regierungspartner der CSU, sieht das Flussbad hingegen kritisch. „Ich bezweifle, dass viele Menschen dieses Bad nutzen werden“, sagte der umweltpolitische Sprecher Jens Röver. Schon jetzt könnten die Menschen an vielen Stellen der innerstädtischen Isar baden. Aufgrund der Wassertemperatur und der Fließgeschwindigkeit würde ein Flussbad ohnehin nur maximal drei Monate im Jahr in Betrieb sein, so Röver: „Wir können es nicht mittragen, für so einen kurzen Zeitraum so viel Geld auszugeben.“ Auch Haftungsfragen seien bislang ungeklärt. Prinzipiell habe die SPD aber nichts dagegen, die Isar insgesamt erlebbarer zu machen – zum Beispiel mit neuen Flusstreppen und Gastronomie.

Das letzte Wort über das Isar-Flussbad ist noch nicht gesprochen. Am Mittwoch, 25. Juli, entscheidet die Vollversammlung des Stadtrats über das Projekt.

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