Wegen Sanierungsarbeiten

20 Bäume weg! Kahlschlag am Deutschen Museum

+
Vorher - nachher: Viele Bäume rund um das Deutsche Museum sind den Sanierungsarbeiten zum Opfer gefallen.

München - Das Deutsche Museum wirkt jetzt irgendwie "nackt". Weil Sanierungsarbeiten rund um das denkmalgeschützte Gebäude anstehen, müssen viele Bäume weichen. Das sorgt für Unmut.

Der Rauch um die Bombenentschärfung am Deutschen Museum hat sich kaum gelegt, da gibt es neuen Ärger: Am westlichen Ufer wurden zwischen Bosch- und Corneliusbrücke alle Bäume gefällt.

Viele Bewohner der Isarvorstadt sind entsetzt, wie kahl es da am Museum plötzlich ausschaut. „Ich habe hier als Kind immer gespielt, die Bäume waren ja an die 100 Jahre alt, jetzt sind sie einfach weg. Ich werde das nicht mehr erleben, dass hier wieder so stattliche Bäume stehen“, sagt tz-Leser Christian G. (48).

Tatsächlich war die Fäll-Aktion, die vorige Woche sowie Montag und Dienstag bis kurz vor der Bombenentschärfung stattfand, mit den Fachleuten von Bund Naturschutz (BN) und Landesbund für Vogelschutz abgesprochen. „Wir standen vor dem Dilemma Bautenschutz gegen Naturschutz,“ so Rudolf Nützel vom BN. Die Naturschützer stimmten zähneknirschend zu. Das Museum hatte die Fällung beantragt, weil es im Rahmen der Komplettsanierung die Keller trocken legen und die Ufermauer standfest machen will.

Mehr als 20 Bäume gefällt

„Ein Gutachten hat ergeben, dass die Ufermauer ertüchtigt werden muss“, sagt Museumssprecher Gerrit Faust zur tz. Denn hier sollen in den kommenden Jahren schwere Baumaschinen auffahren. Und die Depotbestände im Keller sollen bei Hochwasser nicht mehr geflutet werden.

Zehn Bäume mit einem Stammumfang von mehr als 1,70 Meter und weitere acht zwischen 0,80 und 1,70 Meter mussten weg, außerdem zehn mit kleineren Stämmen. Auch am Ostufer wurde die Kettensäge angeworfen, was aber nicht so auffällt, weil unterhalb der Ufermauer noch Schwarzpappeln stehen. Auch im Innenhof fielen zwei Bäume den Fällungen zum Opfer. Das Museum plant zwar die Pflanzung neuer Bäume, aber erst nach Abschluss der Sanierung, die sich bis 2025 hinzieht. Museumsarchitekt Felix Singer verspricht aber: „Wir werden bis dahin Büsche pflanzen, damit die Uferfläche nicht so kahl ist.“

Johannes Welte

Auch interessant

Meistgelesen

MVG-Offensive: So soll der Nahverkehr besser werden
MVG-Offensive: So soll der Nahverkehr besser werden
Miriams Samen-Streit vor Gericht: Jetzt herrscht wohl Gewissheit
Miriams Samen-Streit vor Gericht: Jetzt herrscht wohl Gewissheit
Feueralarm im Kiesselbach-Tunnel: Mega-Stau auf dem Ring
Feueralarm im Kiesselbach-Tunnel: Mega-Stau auf dem Ring
Die Stadt der Zuagroasten: Was Neu-Münchner anzieht
Die Stadt der Zuagroasten: Was Neu-Münchner anzieht

Kommentare