tz erklärt die Hintergründe

Darum sind der Kaufhof am Stachus und Marienplatz eingerüstet

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Kaufhof hat seine beiden Vorzeige-Häuser am Stachus (links) und am Marienplatz (rechts) derzeit für Sanierungsarbeiten eingerüstet.

München - Die Kaufhof-Fassaden am Stachus und am Marienplatz verstecken sich derzeit hinter Gerüsten und Planen. Die tz erklärt die Hintergründe der Sanierungsarbeiten.

So ein wenig fühlt man sich an die Aktionen des Künstlerehepaars Christo und Jeanne-Claude erinnert, die 1995 den Reichstag in Berlin eingehüllt hatten. Die Kaufhof-Fassaden am Stachus und am Marienplatz verstecken sich derzeit hinter Planen. Die Fassaden werden renoviert – damit man nicht mehr so viel heizen muss und die Verkleidungsplatten nicht herunterfallen.

Der Kaufhof am Marienplatz steht unter Denkmalschutz, nicht von ungefähr: Denn das Gebäude war der erste große Kaufhausneubau nach dem Krieg in München. Die Bauweise aus einem Stahlskelett, an dem man die Steinverkleidungen hängte, wurde danach wiederum kaum noch angewandt.

Nun wird der Bau saniert, bis spätestens Ende des Jahres soll er aussehen wie neu. Die Arbeiter tragen eine neue, 16 Zentimeter dicke Isolierschicht auf. Das Gleiche passiert am Kaufhof am Marienplatz, der ebenfalls saniert wird – aus Sicherheitsgründen.

Marienplatz

Viele Münchner trauern immer noch dem Kaufhaus Roman Mayr am Marienplatz nach, das den Krieg überstanden hatte und 1970 für den Neubau des Kaufhof-Plattenbaus abgerissen wurde. Es gab schon Unterschriften-Sammlungen für eine Rekonstruktion der alten Fassade. Während des vergangenen Christkindlmarktes stellte ein TÜV-Gutachter fest, dass die Verkleidung aus Natursteinplatten nicht mehr fest an der Fassade hängen. Seitdem ist der Bau eingerüstet, die Teile werden neu befestigt. Wie lange das noch dauert, konnte am Freitag nicht geklärt werden.

Stachus

Der Kaufhof am Stachus bekommt bis September eine neue Fassade. Der Bau war 1950/51 anstelle des im Kriege zerbombten Hotels als Stahlskelett-Bau errichtet worden. Das Haus steht unter Denkmalschutz. Jetzt soll die Natursteinverkleidung aus Jura-Kalk erneuert werden. Das bedeutet: Die vier Zentimeter starken Steinplatten kommen alle herunter. Sie werden entweder auf Hochglanz poliert oder durch neue ersetzt. Bevor sie wieder eingehängt erden, kommt eine 16 Zentimeter dicke Isolierschicht aus Steinwolle drunter. Auch neue dreilagige Isolierglasscheiben sollen dafür sorgen, dass der Kaufhof nicht mehr so viel heizen muss.

Johannes Welte

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