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Nach Aus für Kaut-Bullinger: Klamottenkette zieht in die Räume - mit Outlet-Konzept

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Von: Klaus Vick, Leoni Billina

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Kaut-Bullinger in der Rosenstraße
Kaut-Bullinger musste schließen. © Markus Götzfried

Nach dem Aus fürs traditionsreiche Schreibwarengeschäft Kaut-Bullinger ist nun auch klar, was aus den Räumlichkeiten wird: Eine Klamottenkette zieht ein.

Update vom 27. März 2022: Gut einen Monat ist es her, dass das Traditionsgeschäft Kaut-Bullinger am 19. Februar in der Rosenstraße 8 für immer seine Türen schloss. Ein Stückchen Geschichte, das seit 1969 in der Münchner Innenstadt beheimatet war, musste ausziehen.

Jetzt steht fest, was der neue Eigentümer, die Signa Real Estate von Multimilliardär René Benko, mit dem Gebäude vorhat: Das Bekleidungsgeschäft Tally Weijl wird einziehen. Geplante Eröffnung ist schon am 7. April.

„Erst mal werden wir mit einem Outlet-Konzept öffnen und vor allem reduzierte Ware anbieten“, sagt ein Sprecher des Schweizer Unternehmens. Die Klamottenmarke hatte in letzter Zeit mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen – ein Grund, warum sie aus ihrem bisherigen Flagship-Store an der Neuhauser Straße ausziehen musste.

An der Rosenstraße würden sie weniger Miete zahlen, da es sich um eine Zwischennutzung handele – wohl bis Januar 2023. Und dann? „Parallel arbeiten wir an der Repositionierung des Büro- und Geschäftshauses“, sagt Tobias Sauerbier, Geschäftsführer von Signa.

Ab Anfang April wird es also in der Rosenstraße statt allerlei Schreibwaren und Bürobedarf Kleidung auf drei Etagen und rund 1500 Quadratmetern geben. Die beiden oberen Etagen nutzt bereits jetzt das benachbarte Kaufhaus Galeria. LEO

Nächster Traditionsladen in Münchens Zentrum schließt: Unternehmen lässt schonungslose Analyse folgen

Unser Artikel vom 5. August 2021: München - Die Nachricht gab das Unternehmen am Mittwochabend (4. August) überraschend bekannt. Die Firmengeschichte ist mehr als 200 Jahre alt. Damals eröffnete an der Kaufingerstraße das erste Münchner* Fachgeschäftfür Papier-und Schreibwaren. Heute findet sich Kaut-Bullinger an der Rosenstraße. Der österreichische Milliardär René Benko hat die Immobilie vor knapp einem Jahr gekauft.

Kaut-Bullinger schließt Laden in München: Corona-Krise hat Entscheidung beschleunigt

Von Kaut-Bullinger hieß es am Mittwoch in einer Pressemitteilung: „Trotz der kooperativen Zusammenarbeit mit dem neuen Eigentümer sieht sich die Unternehmensleitung zur Schließung der Filiale gezwungen.“ Der Schritt sei alternativlos gewesen, erklärte Geschäftsführer Robert Brech. Aufgrund der monatelangen Schließungen im Lockdown habe man extreme Einbußen verzeichnen müssen.

Brech: „Die Corona-Krise hat deutlich gezeigt, dass der stationäre Einzelhandel in der aktuellen Form und Größe nicht mehr im Fokus unserer Unternehmensstrategie stehen kann.“ Kaut-Bullinger erwirtschaftet nach eigenen Angaben bereits weit über 50 Prozent seines Konzernumsatzes mit dem Onlinegeschäft.

München: Unternehmen spricht von „schmerzlicher“ Entscheidung, hat aber nun neuen Fokus

In Zukunft werde sich das Unternehmen auf die Internet-Vermarktung seiner Produkte und Dienstleistungen im Bereich Bürobedarf, Bürodesign und innovativer Printlösungen konzentrieren. Mit der Filiale an der Rosenstraße verliert Kaut-Bullinger sein Herzstück. Die „schmerzliche“ Entscheidung über die Schließung sei nicht erst in der Pandemie getroffen, dadurch aber stark beschleunigt worden, so Brech. (Klaus Vick)

Auch die Schneiderei „Tracht & Heimat“ am Oberanger steht vor dem Aus. Inhaberin Ursula Fröhmer wurde gekündigt, weil saniert werden soll. Doch wieder einziehen wird die 73-Jährige nicht. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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