Warnung vor "zweitem Sündenfall"

Landtag rüffelt Pläne für Hotel Königshof

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Der umstrittene Entwurf des spanischen Architekturbüros Nieto Sobejano für das Hotel Königshof.

München - Zum wiederholten Male regt sich der Widerstand bei den Münchnern gegen einen Neubau. Dieses Mal ist das Luxushotel Königshof am Stachus betroffen. Auch der Landtag kritisiert die Stadt.

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen gibt es im Landtag einen Rüffel für die Stadt München in Sachen Denkmalschutz: Nachdem der Landtag bereits die Neubaupläne für die künftige Paulaner-Zentrale gerügt hatte, befasste sich der Kulturausschuss des Parlamentes am Mittwoch eine Petition gegen den geplanten, 33 Meter hohen Neubau des Luxushotels Königshof am Stachus. Das bestehende Haus ist 25 Meter hoch.

Die Altstadtfreunde hatten über 540 Unterschriften für ihre Petition gegen den Hotel-Entwurf gesammelt.

Die Altstadtfreunde Münchens hatten im vorigen Herbst am Stachus über 540 Unterschriften gegen den vom Architekturbüro Nieto Sobejano aus Madrid entworfenen Neubauentwurf für die Luxusbleibe gesammelt. Der Name der Petition: „Rettet den Stachus!“ Die Aktivisten sind der Meinung, dass der Neubau das architektonische Ensemble am Karlsplatz empfindlich stört.

Der Entwurf war das Ergebnis eines Architektenwettbewerbes, den die Stadtgestaltungskommission gefordert hatte. Die Stadt hat einen positiven Bauvorbescheid erlassen, der Bezirksausschuss vor Ort ist für den Neubau, auch der Stadtheimatpfleger stimmte zu. Hingegen hat das Landesamt für Denkmalpflege Bedenken wegen der geplanten Höhe des Baus.

Brannekämpger warnt vor "zweiten Sündenfall"

CSU-Abgeordneter Robert Brannekämper warnte vor einem „zweiten Sündenfall wie beim Kaufhof am Marienplatz“. Auch Alt-Minister Thomas Goppel (CSU) mahnte: „Die Stadt München sollte nachdenken, ob sie sich so etwas zumuten will.“ Und er prophezeite Ärger mit dem Gremium, das in Denkmal-Streitfällen eingeschaltet wird und dem er selbst angehört: „Der Landesdenkmalrat wird beim Ensembleschutz gerne giftig.“

Die SPD-Angeordnete Isabell Zacharias hingegen befand: „Ein attraktiver Entwurf.“ In die Höhe wachsende Bauten seien üblich in einer Stadt, die Wohnraum schaffen muss. Davon ließen sich Grüne und Freie Wähle nicht überzeugen. Sie stimmten mit der CSU für eine „Würdigung“ der Petition. Das Abstimmungsergebnis hat zwar keine bindende Wirkung, denn die Stadt München ist für ihre planerischen Angelegenheiten selbst zuständig. Doch es ist ein zweites deutliches Signal der Volksvertretung, dass sie mit dem Denkmalschutz in der Landeshauptstadt nicht zufrieden ist. Außerdem ist ein Grundsatz-Gespräch mit Münchens Planungschefin Elisabeth Merk geplant.

J. Welte

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