Doch kein Straftatbestand?

„Glaubenskrieg“ um Leberkassemmel: Streit auf Viktualienmarkt wird hitzig - und ruft Polizei auf den Plan

Zahlreiche Menschen spazieren über den Viktualienmarkt in München. Bayerisches Fleischbrot auf dunklem Holz.
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Auf dem Viktualienmarkt kam es zu einem brisanten „Senfeklat“ (Symbolbild).

Ein kulinarisches Missverständnis beschäftigt in München sogar die Polizei. Streitgegenstand war eine Leberkassemmel auf dem Viktualienmarkt.

München - Im Freistaat wird die Debatte wahrscheinlich seit Jahrhunderten geführten: Süßer oder mittelscharfer Senf oder gar Ketchup zum Leberkas*? Ein Streit über den richtigen Senf auf der Semmel kann in Bayern schon mal vor der Polizei landen. So geschehen in München* auf dem Viktualienmarkt.

München: Mann will Senfwahl auf Leberkassemmel nicht akzeptieren - er meldet sich bei Polizei

Ein Mann habe dort eine Semmel mit mittelscharfem Senf bestellt, erklärte ein Polizeisprecher am Freitag (30. Juli). Die Verkäuferin habe dem 61-Jährigen dann allerdings süßen Senf auf den Leberkäse geschmiert. Skandalös!

„Er wollte das nicht annehmen, weil er den süßen Senf nicht verträgt“, gab der Sprecher zu Protokoll. Die Marktfrau habe den süßen Senf abgekratzt und mittelscharfen darauf gegeben, der Mann habe aber eine ganz neue Semmel verlangt, weil es noch „Anhaftungen von süßem Senf“ gebe. Weil die Frau „den Austausch verweigerte“, meldete der Mann den Fall am Montag bei der Polizei.

Viktualienmarkt-Eklat: Falscher Senf kein Straftatbestand

Die Beamten hätten ihn allerdings darauf hingewiesen, dass der falsche Senf auf der Semmel kein Grund für eine Anzeige sei. Es handle sich um keine Straftat, sondern eine Zivilstreitigkeit, so der Sprecher. Hitzig diskutiert wurde auch der Leberkasschnappschuss eines Users auf der Social-Media-App Jodel. Einige Betrachter bezeichneten den Anblick gar als „pervers“. (lks/dpa) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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