Hätte sie mal gleich gezahlt

Bußgeld nach Strafzettel abgewendet – aber jetzt wird’s doch teuer

Wer nach dem Erhalt eines Strafzettels auf Tauchstation geht, kommt dennoch kaum um eine Strafe herum
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Wer nach dem Erhalt eines Strafzettels auf Tauchstation geht, kommt dennoch kaum um eine Strafe herum.

Hätte sie mal den Strafzettel wegen Falschparkens bezahlt. Eine Fahrzeughalterin hat das im Lehel nicht gemacht. Sie zog vor Gericht –  und zahlt nun fast drei Mal so viel.

München - Die Parküberwachung hatte am 8. Februar im Lehel einen Strafzettel über 20 Euro an das Auto einer 55-Jährigen geklemmt, weil das Fahrzeug ohne gültigen Parkschein dort stand. Dann geschah – nichts. Die Halterin aus Bayreuth ging auf Tauchstation, reagierte auch nicht auf den Anhörbogen, den ihr die Stadt München am 1. März zusandte. Die Folge: Am 27. April erließ die Landeshauptstadt einen Bußgeldbescheid, der der Frau am 5. Mai zugestellt wurde. Die Summe hatte sich inzwischen inklusive Gebühr und Zustellkosten auf 48,50 Euro erhöht.

Nun kam Bewegung in die Sache. Die 55-Jährige erhob Einspruch gegen den Bescheid und gab an, ihr Sohn habe das Auto gefahren. In die Post ging dieser Einspruch laut Poststempel am 7. Mai. Ein wichtiges Datum, denn gegen den Sohn konnte nun nicht mehr vorgegangen werden: Mit Ablauf des 7. Mai war die dreimonatige Verjährungsfrist verstrichen.

Knöllchen: Bußgeld eingestellt - Kosten nun fast dreimal so hoch

Ob die Fahrzeughalterin es genau darauf angelegt hatte, vermag man beim Amtsgericht München nicht zu sagen. Aktenkundig ist jedoch, dass der Schuss finanziell nach hinten losging. Die Stadt München nahm zwar den Bußgeldbescheid zurück und stellte das Bußgeldverfahren gegen die 55-Jährige ein. Die Kosten – 25 Euro plus 3,50 Euro Zustellgebühr – verlangte sie jedoch weiterhin von der Fahrzeughalterin.

München: Radikaler Parkplatz-Rückbau und allgemeines Tempolimit 30 gefordert

Die Bayreutherin zog gegen den Kostenbescheid vor Gericht mit der Begründung, man habe sie nicht rechtzeitig befragt. Dieser Argumentation folgte das Amtsgericht München jedoch nicht. Die formlose Zusendung des Anhörbogens habe genügt. Die Frau muss die Kosten also zahlen – und obendrein die Gerichtskosten in Höhe von 30 Euro. In Summe ist der Parkverstoß, der ursprünglich 20 Euro gekostet hätte, also 58,50 Euro teuer geworden. Der Beschluss, gegen den kein Rechtsmittel eingelegt werden kann, ist rechtskräftig (Aktenzeichen 953 OWi 195/18).

Auch lesenswert: Zwei Männer attackierten in München Fahrgäste im Bus und an U- und S-Bahnstationen. Am Sonntag hat die Polizei Fotos der Schläger veröffentlicht - offenbar mit Erfolg

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook -Seite „Altstadt/Lehel – mein Viertel“.

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