Taxifahrer wurde Zeuge

Liebesspiel auf Maximilianstraße: Ihre bizarre Rechtfertigungsorgie

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Semir S. (47) und Svenja B. (36) auf der Anklagebank.

Nach dem eventuell amourösen Zwischenfall im April 2017 auf Münchens Edelstraße kam es zu einer zweiten Gerichtsverhandlung. Taxler und Zeuge Mehdi S. schritt beherzt zur Sache - aus gutem Grund.

Der Prozess um ein vermeintliches Liebesspiel auf der Maximilianstraße (tz berichtete) ist vor dem Amtsgericht in die zweite Runde gegangen! Am Palmsonntag 2017 sollen sich Semir S. (47, alle Namen geändert) und Svenja B. (36, Deutschlehrerin) am helllichten Tag auf der Motorhaube eines BMW vergnügt haben. Direkt vor dem Hotel Vier Jahreszeiten! Taxifahrer Mehdi S. (53) stand daneben und rief die Polizei. Im Oktober wurde das angebliche Liebespaar zu Geldstrafen verurteilt. Dagegen legten sie Berufung ein. Und kamen nun tatsächlich günstiger davon: 2000 Euro bzw. 1400 Euro müssen Semir S. und Svenja B. zahlen. Im Gegenzug wurde der Prozess eingestellt. 

„Es war mein Geburtstag“, erklärte Svenja B. vor Gericht. In der Nacht zuvor hatte sie mit Semir S., eigentlich nur ein Freund, eine wilde Partynacht verbracht. Auch Svenjas Lebensgefährte Alex M. war dabei, ließ seine Freundin aber offensichtlich für einen entscheidenden Moment aus den Augen. „Ich wollte mit meinem Freund ein Taxi nehmen“, sagte B. „Da sollten sich unsere Wege trennen, aber irgendwie sind wir doch wieder ins Gespräch gekommen. Also haben wir uns an ein Auto vor dem Hotel gelehnt. Die Pagen kamen sehr schnell und wollten uns wegscheuchen. Ich wurde sehr laut und war auch unfreundlich zu ihnen.“ 

Bizarre Rechtfertigungsorgie nach vermeintlichem Liebesspiel

Kurz danach kam es angeblich zu dem Missgeschick, das die beiden nun erneut vor Gericht brachte. „Ich hatte an dem Abend einen Body an. Aber die Knöpfe im Schritt gingen immer wieder auf, schon beim Tanzen Stunden zuvor. Semir wollte mir nur den Body wieder zumachen.“ Sex habe es zwischen den beiden guten Freunden nie gegeben. Taxler Mehdi S. wartete zehn Meter entfernt auf Kundschaft und entdeckte die frivole Szene. „Ich habe gesehen, wie der Mann mit seiner Zunge im Schritt der Frau zugange war. Es dauerte etwa eine Minute. Ich habe sie angeschrien und gesagt, dass sie mit dem Mist aufhören sollen. Aber es hat sie gar nicht interessiert. Dann hat er weitergemacht.“ 

Taxler Mehdi S. (53) zeigt die Stelle, wo‘s zur Sache ging.

Mehdi S. machte sich vor allem Sorgen, kleine Kinder könnten das Liebesspiel beobachten. „Das war wie ein Porno vor meiner Nase. Für mich war das geschäftsschädigend. Da läuft mir ja die Kundschaft weg.“ Auch die Hotel-Pagen hatten die Polizei gerufen! Trotzdem wurde der Prozess nun gegen Geldauflage eingestellt.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite „Altstadt/Lehel – mein Viertel“.

Wie weit darf ich gehen?

Johannes Heininger/Video: Glomex

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