David (12) flog vom Luitpold-Gymnasium

Schulverweis nach Sex-Geflüster: Eltern klagen

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„Unser Sohn wurde zu hart bestraft“, sagen Evgenij und Elena A.

München - Er tratschte ein pikantes Gerücht in seiner Schule weiter, dann flog der 12-jährige David vom Luitpold-Gymnasium. Jetzt klagen seine Eltern dagegen vor dem Verwaltungsgericht.

Erst vor 14 Tagen machte das Luitpold-Gymnasium im Lehel Schlagzeilen: Für ihren Abistreich hatten die Schüler eine Stripperin gebucht, die sich vor den Augen vieler Eltern auszog und eine heiße Show hinlegte (siehe unten). Nun hat die Schule schon wieder Sex-Ärger! Im April 2014 ging das Gerücht herum, dass eine Lehrerin mit einem Oberstufenschüler schläft. Der kleine David (12) tratschte es weiter – und flog hochkant raus. Zur Empörung seiner Eltern! Sie klagten gegen die Entlassung – und zogen am Dienstag vor das Verwaltungsgericht. Um die Frage zu klären: Darf die Schule das?

Aus Sicht von Direktor Bernd Hieronymus ja! Er wirft David „schweres Fehlverhalten“ vor und sagt: „Ich habe noch nie erlebt, dass der Schulfrieden so massiv gestört war.“ Denn binnen Tagen kannte jeder Schüler das Sex-Gerücht über die junge Lehrerin. Angeblich kursierten sogar Nacktfotos unter Schülern, was sie jedoch bestritt. „Plötzlich wurde David wie ein Verbrecher behandelt“, sagt Vater Evgenij (41). „Dabei hatte seine Klassenlehrerin ihn sogar gebeten, ihr zu sagen, was er gehört hat.“ Im Vertrauen sagte der Bub: „Dass Sie ein Verhältnis mit dem Markus (Name geändert) haben.“ Damit geht die Lehrerin zum Direktor. Ein Spießrutenlauf beginnt! „David wurde stundenlang von der Schule verhört. Als wir ihn abholten, war er völlig aufgelöst“, sagt der Vater.

Zwei Verweise hatte David zuvor bereits kassiert, weil er den Unterricht gestört hatte. Aber dass er fliegt? „Für uns undenkbar. Die Schwere des Ganzen wurde nie erwähnt.“ Dazu kommt: „Meinen Mandanten wurde seitens der Schule keine Chance gegeben, den Elternbeirat hinzuzuziehen“, sagt Anwalt Peter Wichmann. Nach zwei Tagen entschied die Schule: David muss gehen! „Wenn er nur einen Funken Reue gezeigt hätte, wäre es bei der Androhung geblieben“, sagt der Direktor. „Aber er sah die Konsequenzen seines Handelns nicht ein.“ Für Davids Eltern ist der Rausschmiss unverhältnismäßig. „Er war doch fast noch ein Kind.“ Mittlerweile geht der Bub auf eine Privatschule. Die 5. Klasse musste er wegen des Vorfalls wiederholen. Das Urteil im Prozess steht noch aus.

Striptease am feinen Gymnasium

Ein sexy Tänzerin, Brüste auf der Bühne, dazu halbnackerte Schüler: Der Auftritt von Stripperin Jarly war der Aufreger am Luitpold-Gymnasium. Abiturienten hatten die Blondine gebucht, um sich die Abschlussfeier zu versüßen - zum Schrecken vieler Eltern. Denn die sahen bei der heißen Show im Schulgebäude zu, wie Jarly und ein Kollege zwei Schüler mit eindeutigen Bewegungen einheizten. Nach rund zehn Minuten war die Aktion wieder vorbei -  sorgte aber bundesweit für Schlagzeilen. Direktor Bernd Hieronymus nahm’s gelassen.

Andreas Thieme

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