Wohn-Wahnsinn

Luxus im leeren Haus: Kopfschütteln über Stadt

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Im leeren Haus in der Pilotystraße will die Stadt für Millionen sanieren und hohe Mieten verlangen

München - Die Stadt sorgt für Kopfschütteln: Es geht um die euen Pläne für das seit Jahren fast leerstehende Haus in der Pilotystraße unweit der Staatskanzlei.

Am Donnerstag machte ein Millionen-Deal Schlagzeilen in der tz: Ein südamerikanisches Juristen-Paar legt sich eine Zweitwohnung in der Nachbarschaft des OB zu – 1,1 Millionen Euro für 79 Quadratmeter! Den Goldgrund-Aktivisten bleibt da nur die Satire: „Wahnsinn! Fast ein ganzer Monatslohn für einen einzigen Quadratmeter!“, ätzt der – erfundene – Goldgrund-Boss Dirk von Staligk.

Die geschauspielerten Chefs der Satire-Gruppe Goldgrund, Dirk von Staligk (l.) und Marc Bench, „freuen“ sich über Mega-Deals.

OB Christian Ude (SPD) hatte erklärt, dass die Stadt nichts gegen solche Deals unternehmen könne. Am Tag darauf aber sorgt die Stadt selbst für Kopfschütteln: Diesmal geht es um die neuen Pläne für das seit Jahren fast leerstehende Haus in der Pilotystraße unweit der Staatskanzlei – auch diesen Skandal hatten die Goldgrund-Leute mit Promis wie Gerhard Polt und Mehmet Scholl angeprangert. Nach mehr als einem Jahrzehnt plant die Stadt nun eine Millionen-Sanierung, die wieder Jahre dauert und teure Mieten zur Folge hat!

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Der Stadtrat soll Ende Januar entscheiden: Das Haus aus dem Jahr 1860 sei in einem sehr schlechten Zustand. Wenn die letzte Mieterin ausziehe, soll das Gebäude für 2,9 Millionen Euro saniert werden. Darin aber finden sich durchaus luxuriöse Maßnahmen – Balkone, Anbau für einen Aufzug, Ausbau des Dachgeschosses! Im günstigsten Fall dauere das ganze zwei Jahre, gibt es zwischenzeitlich Denkmalschutz, noch länger.

Weil die Sanierung so teuer kommt, müsse man hinterher eine höhere Miete als der Mietspiegel verlangen. Zwar soll das keine „Luxusmiete“ sein, die höheren Preise könnten aber wiederum im nächsten Mietspiegel alle Preise steigern …

Die CSU ist empört: „Es ist mir völlig unklar, was nach über zehn Jahren noch zwei Jahre dauern soll“, sagt OB-Kandidat Josef Schmid. „Das kann doch schlicht nicht wahr sein! Zumindest muss die Stadt unverzüglich eine Zwischennutzung ermöglichen, wenn nicht sogar eine Pinselsanierung durchführen.“

David Costanzo

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