Marienplatz als Fußgängerzone: User-Debatte

Taxis, Radl und Busse raus: "Geht der OB dann zu Fuß?"

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Um dieses Stückerl Straße geht es: Die Durchfahrtsmöglichkeit für Taxis, Busse und Radler soll verschwinden.

München - Die SPD und CSU wollen den Marienplatz komplett zur Fußgängerzone machen. Eine lang überfällige Maßnahme oder eher eine unnötige Einschränkung? Hier unsere User-Stimmen im Überblick.

Es ist nur ein kleines Stück Straße, um das es geht. Die Furt zwischen Hugendubel und Ludwig Beck, die vom Rindermarkt zum Tal führt, soll laut Plänen der SPD und CSU offiziell zur Fußgängerzone erklärt werden. Bei den Lesern der Portale merkur-online.de und tz.de ruft diese Idee jedoch gemischte Reaktionen hervor und löste eine rege Diskussion aus.  

Viele User befürworten die Idee des verkehrsfreien Marienplatzes. So schreibt Seppe zum Beispiel: "Eine super Idee und Zeit wird's!" Den Befürchtungen der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), dass durch die geplante Regelung einer der wichtigsten Anfahrtspunkte der Buslinien 52 und 132 wegfallen würden, entgegnet der User: "Und die vom MVV sollen sich nicht so haben. Marienplatz = U- und S-Bahn, Isartor = S-Bahn."

Auch Pfiffy ist starker Befürworter des verkehrsfreien Marienplatzes: "Ich find's super! Der Marienplatz und alles drumrum eine reine Fußgängerzone, Radls, Autos, Taxis und Busse raus. So muss es sein! Und das Ganze natürlich mit den entsprechenden Kontrollen und Sanktionen!" Dass diese Kontrollen und Sanktionen nicht wirklich durchgeführt werden, befürchtet hingegen Hosiery: "Ich bin gespannt, ob und wenn ja, wie oft und mit welchen Konsequenzen die Stadt und ihre Exekutivorgane versuchen werden, dieses Verbot durchzusetzen!"

Wer ist der größte Störenfried: Taxi-, Auto- oder Radl-Fahrer?

Am meisten Unstimmigkeit gab es bei der Frage, ob denn jetzt Taxis, Autofahrer oder Radlfahrer die größten Störenfriede sind. So sagt ein User namens Wolli: "Als erstes gehören die Taxis da raus. Dann entspannt sich die Situation an diesem Punkt merklich. Die haben in München sowieso viel zu viele Sonderregelungen." Ganz anderer Meinung ist ichsachmal. Für diesen User sind Radlfahrer die wahren Unruhestifter am Marienplatz: "Die Taxis haben mich noch nie gestört und auch noch nie angerempelt, beleidigt oder sogar bespuckt. Das waren bisher immer Radler." Und auch Avatar Rudi schließt sich an: "Das Wichtigste ist, dass die Radler wegkommen. Es ist eine Fußgängerzone und kein Radlerweg."

Dass es für Radlfahrer an Kritik hagelt, liegt für viele an der Geschwindigkeit, mit der sie auf der Durchfahrtsstraße unterwegs sind. "Radler fahren wie die Wilden. Ich kenne 1000 Beispiele von Rasern, welche Kinder massiv gefährden" meint Chef 2000. Für docschoettinger sind jedoch Autos immer noch die größte Gefahr auf dem Straßenabschnitt zwischen Hugendubel und Ludwig Beck. Er verteidigt das Zweiradfahren: "Radlraser? Tolles Wort. Rasen mit 20km/h oder doch eher 12km/h? Kann diesen Schmarrn von 'Nichtradlern' nicht mehr hören." User Radlhauptstadt befürchtet, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis das Radfahren in der Innenstadt komplett untersagt wird. Er ist empört: "Dazu sag ich nur: Radl-Hauptstadt München. Ein Hohn" und fordert, "als allererste Maßnahme bitte das große Fahrradsymbol auf dem Marienplatz entfernen."

Gegner des Plans haben vor allem Bedenken für ältere oder gehbehinderte Münchner Stadtbummler, die auf Taxis angewiesen sind. "Für Gehbehinderte gibt es längere Wege zum Einkaufen, falls die dann überhaupt noch in die Innenstadt fahren!", merkt Helmut S. auf der tz-Facebook-Seite an.

"Nur eine Verlagerung des Verkehrschaos"

Ein weiteres Argument, das für einige User gegen die Straßensperrung am Marienplatz spricht: Das Verkehrsproblem könnte sich auf den Viktualienmarkt verlegen. "Ja dann schauen wir mal, wie es dann auf der Straße am Viktualienmarkt zugehen wird", meint Berta auf merkur-online.de. Und auch Helmut S. befürchtet ein Verkehrschaos auf dem beliebten Münchner Stadtmarkt: "Gut für die Fußgänger! Aber dann wird die Straße zum Viktualienmarkt wieder voll und gefährlicher!"

Eine berechtigte Frage stellt auch User Fbmbmx: "Geht der Stadtrat und OB dann auch zu Fuß? Oder werden die weiter bis vor die Haustür gefahren?"

joh

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