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„Maß an Verrohung entsetzt“: BR-Reporter auf Marienplatz angegriffen - Polizei nennt Details

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Von: Lukas Schierlinger

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Polizei auf dem Marienplatz
Polizisten nahmen auf dem Marienplatz einen 23-Jährigen fest (Symbolbild). © IMAGO/Michael Lucan / aal.photo

Auf dem Marienplatz in München ist ein BR-Reporter von einem Mann mit Faustschlägen traktiert worden. Zuvor hatte dort Bayerns Gesundheitsminister gesprochen.

Update 24. August, 11.36 Uhr: Einen Tag nach dem tätlichen Angriff auf einen BR-Journalisten am Marienplatz hat die Münchner Polizei den Vorfall in ihrem Pressebericht beleuchtet. Während einer offenen Fragerunde sei ein polizeilich bekannter 23-Jähriger auf Medienvertreter zugegangen und habe sie unter anderem als „Volksverräter“ und „Impfterroristen“ beschimpft.

Dem Mann sei infolge einer Identitätsfeststellung ein Platzverweis für den Marienplatz erteilt worden. Zum Ende der Veranstaltung sei der 23-Jährige zurückgekehrt und habe dem BR-Journalisten ins Gesicht geschlagen - dies habe zu seiner vorläufigen Festnahme geführt.

„Auf dem Weg zur Polizeiinspektion beleidigte und bedrohte der 23-Jährige die eingesetzten Beamten“, berichtet die Polizei. Der Angreifer wurde wegen Körperverletzung, Störung des öffentlichen Friedens, Bedrohung sowie Beleidigung angezeigt.

Angriff auf BR-Reporter in München: „Auf dem Marienplatz mit Faustschlägen attackiert“

Ursprungsmeldung:

München - Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek warb am Dienstagmittag (23. August) am Münchner Marienplatz für die Corona-Auffrischungsimpfung. Für einen Reporter (38) des Bayerischen Rundfunks (BR) hatte der Ortstermin unschöne Folgen. Als er im Anschluss an die Holetschek-Pressekonferenz ein Gespräch mit Zuhörern führte, wurde er unvermittelt von einem Mann attackiert. Mehrere Faustschläge hätten den Reporter am Kopf getroffen, heißt es vonseiten des BR.

„Security-Wachleute konnten den Mann zurückdrängen. Dieser versuchte aber immer wieder, sich dem Reporter zu nähern. Er lauerte ihm schließlich auf dem Weg zum Auto auf und attackierte ihn auf dem Marienplatz erneut mit Faustschlägen“, beschreibt der BR den Vorfall. Die Polizei habe den Mann schließlich festgenommen.

Mit Bezug auf eigene Recherchen vermeldet der BR, dass der Angreifer dem „äußeren rechten Spektrum“ zuzuordnen sei und sich im Internet bereits „gewaltbereit“ geäußert habe.

BR-Reporter auf dem Marienplatz attackiert: „Maß an Verrohung entsetzt“

BR-Intendantin Katja Wildermuth reagierte entsetzt auf den Angriff im Herzen der Landeshauptstadt: „Ich verurteile diesen furchtbaren Angriff auf unseren Reporter aufs Schärfste. Die Pressefreiheit ist ein hohes Gut, das es zu schützen gilt. Jeder Angriff auf Journalisten ist auch ein Angriff auf die Pressefreiheit.“ Auch BR-Chefredakteur Christian Nitsche zeigte sich betroffen: „Mich entsetzt dieses Maß an Enthemmung und Verrohung. (...) Die jetzige gewalttätige Attacke sprengt diese Dimension und ist der bislang schwerste Angriff auf einen BR-Kollegen.“

Ermittlungen der Kriminalpolizei laufen nun, das 38-jährige Opfer hat Strafanzeige gegen den Angreifer gestellt.

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