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Kein Platz am Marienplatz: Nobelkaufhaus erteilt Rikscha-Fahrern eiskalte Abfuhr   

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Zwei Standplätze vor dem „Ludwig Beck“ fordern Rikschafahrer. Doch das Kaufhaus winkt ab. 

Die Rikscha-Fahrer hätten gerne mehr Stellplätze in der Innenstadt, unter anderem vorm Kaufhaus Ludwig Beck am Marienplatz. Doch das Kaufhaus ist dagegen. Der Bezirksausschuss sucht nach einem Kompromiss.

München - Mittags am Marienplatz: Touristen bestaunen das alte Rathaus. Einheimische schlendern am freien Tag durch die Stadt oder hetzen in der Mittagspause von A nach B, um schnell eine Besorgung zu machen. Dazwischen: Menschen auf Tretrollern, abgestellte Fahrräder und Rikschas. Slalom-Laufen ist angesagt. Wer unkonzentriert ist kommt schnell ins Stolpern. Es ist voll in München. Das ist auch am Kaufhaus Ludwig Beck zu spüren. Wer hinein möchte, muss an zahlreichen Zweirädern vorbei, die an der Fassade abgestellt wurden.

Genau das ist dem Kaufhaus Beck ein Dorn im Auge. Zusätzlich auch noch einen Standplatz für zwei Rikschas vor der östlichen Eingangsarkade, wie von den Rikscha-Fahrern gefordert – das kommt für Vorstand Dieter Münch nicht in Frage.

München: Zu wenig Platz für Rikschas am Marienplatz

Seinen Standpunkt machte Münch bei der letzten Sitzung des Bezirksausschusses Altstadt-Lehel (BA) deutlich. Die Zugangswege müssten frei bleiben argumentiert er. Münch sieht darum keinen Platz für zwei zusätzliche Rikschas. Dabei gehe es ihm nicht um einen Streit nach dem Motto „Kaufhaus Ludwig Beck gegen Rad- und Rikscha-Fahrer“, betont Münch.

Vielmehr sei das Ganze ein stadtpolitisches Thema. Es gebe einfach zu wenige Fahrrad-Stellplätze in der Innenstadt. „Die Stadt platzt aus allen Nähten“, so Münch gegenüber unserer Zeitung. Kompromissbereit zeigt er sich nur bedingt. Wenn es am Marienplatz ein Abstellverbot für Fahrräder gäbe, ja dann könnten seinetwegen zwei Rikschas vorm Kaufhaus Ludwig Beck stehen. Aber eben nur dann.

Der Bezirksausschuss Altstadt-Lehel hat durchaus Verständnis für die Haltung und ist im Hinblick auf einen Rikscha-Stand vorm Kaufhaus ebenfalls skeptisch. Man werde aber versuchen, einen Kompromiss zu finden, so der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Püschel (SPD). Voraussetzung sei aber, dass es dann von Seiten der Rikscha-Fahrer keine weiteren Forderungen für Stellplätze am Marienplatz geben dürfe.

Standplatz vorm Ludwig Beck für Rikscha-Fahrer wirtschaftlich wichtig

Damit könnte Falk Hilber von der Arbeitsgruppe Rikscha im ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V.) durchaus leben. Er verspricht: Bekommen wir diesen zusätzlichen Platz, ist das für uns eine finale Lösung für den Marienplatz. Doch dieser Standort wäre für die Rikscha-Fahrer wirklich wichtig. Das größte Problem laut Hilber: Die nachrückenden Rikscha-Fahrer könnten von ihrem Platz an der Burgstraße aus gar nicht sehen, wenn am U-Bahn-Abgang am Marienplatz ein Fahrer vom Stand wegfährt. Das Kaufhaus Ludwig Beck könne von dort aus aber gut eingesehen werden.

Die Argumente des Kaufhauses kann Hilber nur bedingt nachvollziehen. „Wir haben ja keinen Einfluss auf den Besucherstrom“, so Hilber. Er hofft weiter auf einen Kompromiss und will auch mit Ludwig-Beck Vorstand Dieter Münch noch einmal reden. Reden wird auch der BA noch einmal müssen. Bei der nächsten Vollversammlung im September kommt das Thema erneut auf den Tisch. Denn die Frage um die Stellplätze auf den Marienplatz wurde erstmal vertagt. Auf zwei neue Rikscha-Stände konnte man sich jedoch bereits einigen. Der BA hat den Weg frei gemacht für Standplätze beim Schuhgeschäft am Löwenturm/Rindermarkt und am U-Bahn-Aufgang an der Neuhauser Straße/Ecke Herzog-Wilhelm Straße.

Janina Singer

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Dass das Luxus-Kaufhaus Ludwig Beck am Marienplatz keine Rikscha-Fahrer vor seinen Pforten duldete, war nicht immer so: Zwei Jahre lang durften die Rikscha-Fahrer vor dem Kaufhaus Ludwig Beck auf Kundschaft warten - doch dann endete die Genehmigung. Ab sofort fahren durch Münchens Innenstadt auch „Pedicabs“ – schon ausprobiert? 

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