Sanierungspläne für den Wiener Platz

Marktleute fürchten Abriss: Wir haben Angst um unsere Standl

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Die Marktfrauen um Sabine Schropp (Bild links im Text) und Sabine Grede haben eine Petition gestartet.

München - Der Wiener Platz in Haidhausen soll saniert werden. Die Marktleute fürchten nun um ihre Standl dort. Sie sehen ihre Existenz gefährdet und fürchten um den Charme des Areals.

Der Obstmann, das Standl mit den bunten Frühlingsblühern – und gleich neben dem Brunnen treffen sich die Marktbesucher am Holzhäuschen von Margots Boulangerie und schlürfen dort ihren Kaffee. So kennen und mögen die Haidhauser ihren Wiener Platz.

Doch jetzt sehen die Händler vom Wiener Platz ihre Existenz gefährdet, der Charme des Areals droht zu schwinden: Die Stadt will laut Münchner Merkur ihre sogenannten „kleinen Lebensmittelmärkte“ – den am Wiener Platz genauso wie den am Elisabethplatz in Schwabing und den am Pasinger Viktualienmarkt – grundlegend sanieren. Denn die Bauten auf den drei Märkten stammen teils noch aus der Nachkriegszeit. Sie entsprechen laut Stadt mit ihrer alten Bausubstanz oft nicht mehr den Hygiene-, Gesundheits-, Brand- und Arbeitsschutzbedingungen. „Für die aktuellen Anforderungen sind die Standl auf den drei Märkten schlichtweg zu klein“, sagt Bernd Plank, der Sprecher des Kommunalreferats.

Der Wiener Platz mit seinen Standln von oben.

Im Klartext: Die Sanierung geht einher mit einem Abriss der alten Markthäuserl – und das nicht nur am Wiener Platz, sondern auch am Elisabethmarkt und am Pasinger Viktualienmarkt. Sabine Grede vom Fisch Häusl am Wiener Platz ist entsetzt. Was sie bislang von der Gestaltung des Wiener Platzes mitbekommen hat, gefällt ihr überhaupt nicht. Die Händler seien über Möglichkeiten eines „Rundbaus“ auf dem Markt informiert worden. Alternativ könnten die Standl etwa in Zweier-Gruppen in einzelnen Häusern untergebracht werden, sagt sie. „So etwas passt hier doch nicht hin.“ Grede hat eine Online-Petition gestartet, darin heißt es: „Der „Charme der Haidhausener Herbergshäuserl und des gesamten Marktes“ könnte durch den Verlust der alten Standl verloren gehen.“ Rund 600 Bürger hätten unterschrieben, erzählt sie.

Viele Stadtteilpolitiker pflichten ihr bei. Der Tenor in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses war fraktionsübergreifend: Der Charakter des Marktes muss bleiben.

Bernd Plank betont derweil, es gehe bei den bisherigen Skizzen um mögliche Varianten, wie die Plätze gestaltet werden könnten. Sie sollen zunächst als Diskussionsvorlage dienen. Einen Zeitplan gebe es noch nicht. Anfang 2016 soll indes der Stadtrat über die Nutzungskonzepte schlussendlich abstimmen.

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