Urteil am Landgericht

Lange Haft für Täter (21), der diesen Mann am Sendlinger Tor schwer verletzte

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Bernhard B. wurde bei der Attacke schwer verletzt.

Das Landgericht verurteilt Justin R. (21) wegen versuchten Totschlags. Lesen Sie den Gerichtsbericht. 

München - Seine letzten Worte hatte er sorgfältig gewählt. „Ich habe nicht gedacht, dass ich zu so etwas fähig bin. In der Haft habe ich eingesehen, dass ich mein Leben ändern muss“, sagte Justin R. (21).

Das Landgericht verurteilte ihn am Montag zu fünf Jahren und zehn Monaten Jugendhaft. Wegen versuchten Totschlags, weil er am 10. September 2016 Bernhard B. niedergestochen und beinahe getötet hatte. B. kam an jenem Abend mit Freunden von einer Party und traf im Sperrengeschoss am Sendlinger Tor auf Justin R., der ebenfalls mit einer Gruppe unterwegs war. Nach gegenseitigen Pöbeleien und Schlägen lag Bernhard B. plötzlich blutend am Boden. Drei Stiche hatten ihn in den Oberkörper getroffen. Laut Urteil war Justin R. der Täter.

„Sie haben die Tat eingeräumt und damit Verantwortung übernommen“, sagte Richterin Sigrun Broßardt. Ein Video hatte Justin R. ohnehin überführt und zeigte die Schlägerei. Wie R. die Stiche geführt hatte, war auf den eher schlechten Aufnahmen, die auch im Gerichtssaal gezeigt worden waren, aber nicht genau zu sehen. Das Geständnis machte es dem Gericht leichter, was dieses beim Urteil berücksichtigte. „Die Stiche sind aus dem Pulk heraus entstanden“, resümierte die Richterin. Vor allem, weil Justin R. sich hemmungslos betrunken hatte, sei es zu der Tat gekommen. Zweimal war er am Tatabend bereits einer Polizeistreife aufgefallen. Die Beamten ließen ihn aber jeweils weiterziehen.

Später wurde Bernhard B. eher zum zufälligen Opfer. Das Messer habe Justin R. in einer „völlig unkontrollierbaren Situation“ gezogen und dadurch auch den Tod des Geschädigten billigend in Kauf genommen“, sagte der Staatsanwalt. Verteidiger Christian Gerber argumentierte: „Es war kein Mordversuch. Ich sehe die Heimtücke nicht.“ Den Tod habe Justin R. nicht gewollt. Aber: „Es stand Spitz auf Knopf. Es gab Gott sei Dank keinen Toten.“

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