Stachus-Wahrzeichen wird Tor zur Zukunft

Renovierung: Welche Farbe bekommt das Karlstor?

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Die Karlstor-Fassade wird renoviert.

München - Ab Montag wird die Fassade des Karlstors renoviert. Ein Problem, das die Denkmalschützer davor lösen mussten: In welcher Farbe soll das Stachus-Wahrzeichen gestrichen werden?

Diese Farben standen zur Auswahl, die rot umkreiste hat gewonnen.

Vor 120 Jahren war die Welt schwarz-weiß – das könnte man zumindest glauben, schaut man sich alte Fotos an. Dass es keine Farbfotos vom historischen Karlstor gibt, hat Denkmalschützer vor ein Problem gestellt: Denn die Fassade wird jetzt neu gestrichen, das Tor renoviert. Am Montag geht’s los, je nach Wetter sollen die Arbeiten Mitte September beendet sein. Und wie haben die Denkmalschützer nun das Problem gelöst, dass sie nur SchwarzWeiß-Aufnahmen haben?

Auf einem mehr als 120 Jahre alten Aquarell sind sie fündig geworden: „Historisch Altweiß“ nennt sich der Farbton, der nach langem Probieren wohl dem am nächsten kommt, wie das Aquarell unser Tor am Stachus zeigt.

Das Wahrzeichen wird zunächst eingerüstet und gereinigt. Fehler im Putz werden ausgebessert, dann geht’s ans Streichen, und die vier Wappentiere werden farblich neu eingefasst.

Auch die Originale am Mittelgewölbe werden saniert und beschriftet. Die Plastiken zeigen legendäre Münchner: „Wer ko, der ko“, wird dem Rennstallbesitzer Franz Xaver Krenkl († 1860) zugeschrieben. Der Spruch „Nix Gwiss woass ma ned“ kommt vom Krämer Joseph Huber († 1829), das „Hurraxdax, packs bei da Hax“ vom Volkssänger Josef Sulzbeck († 1845).

Südöstlich im Mittelgewölbe steht der letzte bayerische Hofnarr Georg Pranger († 1820), genannt Prangerl. Im Herbst schauen die alten Herren wieder so richtig sauber aus.

Jasmin Menrad

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