Müllerstraße

Bolzplatz gerettet - Häuser müssen weg

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Das Haus mit dem wilden Wein und der Bau im Hinterhof müssen einem Wohnblock weichen.

München - Seit Donnerstag ist klar: Der Bolzplatz an der Müllerstraße bleibt! Darüber sind sich alle Parteien einig. Dafür werden alle Häuser - außer der Nummer 6 - abgerissen.

Die Glockenbachwerkstatt bedankt sich mit einem roten Transparent für die Rettung des Bolzplatzes.

Es war eine zünftige Spontanparty am Donnerstagabend in der Glockenbachwerkstatt, dem Jugendzentrum des Gärtnerplatzviertels. Anlass: Die Rettung des Bolzplatzes, um den Kinder des Viertels und ihre Eltern zwei Jahre lang gezittert hatten. Das Spielgelände, das Jugend- und Kindergartengruppen nutzen, sollte nach dem Willen der Stadt für den Neubau eines Mehrfamilienhauses weichen. Seit Donnerstag ist jetzt aber klar: Der Bolzplatz bleibt!
Im Stadtrat wurde zwar noch nicht endgültig beschlossen, dass die Spielfläche erhalten bleibt, doch alle Parteien waren sich schon darüber einig. Jetzt geht es nur noch um das Wie.

Kompromiss: Haus Nummer 6 bleibt stehen und wird saniert

Ursprünglich wollte die Stadt drei Häuser auf dm Grundstück an der Müllerstraße abreißen lassen, die seit Jahren vor sich hin gammelten. Die Aktivisten der Satire-Truppe Goldgrund machten dann als Gorillas verkleidet mit einer Wohnungssanierung im Abrisshaus darauf aufmerksam, dass die Gebäude gar nicht so marode sind, dass man sie abreißen müsste.

Auf dem Bolzplatz dürfen sich die Kinder des Viertels nun weiterhin austoben.

Also entwarf Kommunalreferent Axel Markwardt (SPD) einen neuen Plan, der einen Kompromiss darstellen soll: Das große Haus mit Nummer 6 an der Ecke bleibt stehen und wird aufwändig saniert. Der derzeit von einem Textilhändler gemietete Gewerbebau im Hof mit Hausnummer 2 wird abgerissen, ebenso das größtenteils leer stehende Mehrfamilienhaus mit der Nummer 4.
 Anstelle des angeblich maroden Altbaus mit der Nummer 4 soll ein Neubau entstehen, der inklusive Nebenkosten rund 6,3 Millionen Euro kosten würde. Die Zahl der Wohnungen stiege damit von 17 auf 23. Das Kommunalreferat hatte auch eine einfache Sanierung der Bestandsbauten geprüft, die 1,3 Millionen Euro kosten würde. Die Goldgrund-Gorillas hatte diese Variante bevorzugt, die CSU schloss ich dem Vorhaben an. SPD und Grüne sind dagegen: Sie wollen den Teil-Neubau, der nun am 19. Februar in der Vollversammlung endgültig beschlossen werden soll.

Indes zeichnet sich ein partei-interner Streit um das zweite umstrittene Sanierungs- und Leerstandsobjekt der Landeshauptstadt ab (Pilotystraße), wo ebenfalls die Goldgrund-Gorillas mit einer satirischen Hausbesetzeug tätig geworden waren. Der OB-Kandidat der SPD, Dieter Reiter, fordert per Pressemitteilung die Rathaus-Fraktion seiner Partei dazu auf, den von ihr getragenen Beschluss des Sozialausschusses zur Sanierung erneut in der Vollversammlung einzubringen. Reiter: „Ziel muss sein, dass die Mieten nach der Sanierung unter dem Mietspiegel liegen, nicht darüber!“

Johannes Welte

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