Pizza-Posse

Alles nur geklaut? Einrichtung zu ähnlich - „H’ugo’s“-Promiwirt verklagt „Marco’s“

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„H’ugo’s“ oder „Marco’s“?  Der Neon-Schriftzug aus dem „H’ugo’s“ sieht in Rosenheim schon recht ähnlich aus, oder?

Der Look, der Name, die Verkleidung des Pizzaofens, die Servietten und die Speisekarte - ein Münchner Promiwirt ist überzeugt, dass ein Lokal in Rosenheim alles kopiert hat. Nun gibt es Streit vor Gericht.  

München - Wie heißt es so schön: Lieber gut kopiert als schlecht selbst gemacht. Doch ein Münchner Gastronom findet das gerade so gar nicht lustig: Promiwirt Ugo Crocamo („Hugo’s“) wirft dem Ehepaar Antonella und Marco Marchese aus Stephanskirchen (Kreis Rosenheim) vor, die Einrichtung seines Lokals „eins zu eins abgekupfert“ zu haben. Deren 2016 eröffnetes Restaurant firmiert unter dem Namen „Marco’s“. Dienstag ging der Streit vor Gericht.

Selbst die goldene Armaturen geklaut?

Cremefarbene Steinwände, LED-Beleuchtung, Feuerstelle, Loungebereich – eine gewisse Ähnlichkeit der Lokale lässt sich schon auf den ersten Blick kaum leugnen. Doch Ugo hat genauer hingeschaut: Sogar die goldenen Armaturen im Sanitärbereich seien geklaut, ebenso die Verkleidung des Pizzaofens, die Servietten, die Speisenkarte! Ein weiterer Aufreger: der Name. Das „H’ugo’s“ in München trägt den Namenszusatz „Pizza – Bar – Lounge“. Und „Marco’s“ in Rosenheim? „Pizza – Bar – Lounge“. Ugo mag da nicht an Zufall glauben. Sogar die Trüffelpizza – Ugos Spezialität! – findet sich auf Marcos Karte. Der Preis: 17,90 Euro. In beiden Lokalen.

Ähnlich oder kopiert?

Im Landgericht München I trafen sich gestern die Anwälte der beiden Pizza-Parteien. Stephan Schneider vertrat „H’ugo’s“, Laurent Westermeyr verteidigte „Marco’s“. Die beiden Gastronomen tauchten nicht persönlich auf. 

Der Vorsitzende Richter Lars Meinhardt machte jedoch schon zu Anfang recht deutlich, dass „H’ugo’s“ Chancen, den Prozess zu gewinnen, nicht allzu gut stünden. „Ich kann den Ärger nachvollziehen“, sagte Meinhardt. „Auf den Fotos fallen einem gewisse Ähnlichkeiten auf. Man kann schon annehmen, dass sich da jemand Inspiration bei ,H’ugo’s‘ geholt hat.“ Doch: Eine Eins-zu-eins-Übernahme sei für ihn nicht erkennbar. „Der Umstand, dass nachgeahmt wurde, reicht nicht aus.“ Zudem bestehe aufrund der unterschiedlichen Namen keine Verwechslungsgefahr.

Das sagt der Richter zum Streit

Der Richter regte an, dass die „H’ugo’s GmbH“ die Klage zurückziehen solle. Geschäftsführer Ugo Crocamo hat nun eine Woche Zeit, darüber nachzudenken. Unserer Redaktion sagte der Wirt gestern: „Ich bin sehr enttäuscht, dass unsere Marke einfach so imitiert werden darf.“

Das sagt Marco

Es ist mir nicht klar, wie Ugo Crocamo darauf kommt, dass ich sein Restaurant kopiert haben soll. Bei mir sieht es anders aus: Ich habe beispielsweise einen 15 Meter hohen Wasserfall mitten im Lokal, das hat H’ugo’s nicht. Zudem stehen bei mir runde Tische. Mein zweites Geschäft in Aschau habe ich schon seit zehn Jahren – und es ist genauso eingerichtet wie das Marco’s in Stephanskirchen (­Rosenheim), das ich vor zwei Jahren eröffnet habe. Ich kenne Ugo Crocamo nicht persönlich und war erst einmal in seinem Laden. Das allerdings war schon vor einer langen Zeit. Marco Marchese, Wirt von Marco’s

Das sagt Ugo

Die Ähnlichkeit zu meinem Laden H’ugo’s ist verblüffend. 2016 habe ich meinen Laden für 4,5 Millionen Euro aufwendig umgebaut. Das hat über ein Jahr Vorbereitung gekostet – und Marco’s in Rosenheim kopiert es einfach 1:1. Selbst der Club sieht gleich aus. Ich habe das prüfen lassen. Die Speise- und Getränkekarte ist ein Plagiat, vom Online- bis zum Offline-Auftreten alles gleich, das Mobiliar bis zum Eventprogramm. Auch unsere Resident DJs – und die Lichtkonzeption ist alles wie in München. Ich bin sehr enttäuscht, dass unsere Marke einfach so imitiert werden darf. Ugo Crocamo, Promi-Wirt von H’ugo’s

J. Ventker und T. Layes

ÜbrigensBeste Pizza in München und Umgebung gibt es in diesen Restaurants, sagen unsere Leser

Ein Fall fürs Gericht war schon eine andere Pizzeria im Münchner Umland: Die Feuerwehr musste nämlich 120 Mal ausrücken und das hatte einen besonderen Grund.

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