Die Autos sollen langfristig verschwinden

Radikale Pläne für die Umgestaltung des Tals - Fließt bald ein Bach zum Isartor?

So stellt sich Architekt Markus Uhrig den Platz um das Isartor in Zukunft vor.
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So stellt sich Architekt Markus Uhrig den Platz um das Isartor in Zukunft vor.

Weniger Autos, weniger Verkehr und mehr Platz für Fußgänger. Die Pläne für die Umgestaltung des Tals nehmen Gestalt an. Radikale Vorschläge sind auch dabei.

München - Von links kommen Radfahrer, von rechts bahnt sich ein Bus seinen Weg durch den Verkehr, Gruppen von Fußgängern schlängeln sich durch das Gewusel auf der Fahrbahn - wer im Tal die Straße überqueren will, muss auf einiges achten. Das Tal ist eine klassische Durchfahrtsstraße in der Altstadt*, gesäumt von Läden und Gastronomie. Heißt: jede Menge Verkehr. Doch wie genau könnte denn eigentlich ein verkehrsberuhigtes Tal aussehen? Schon länger ist diese Frage Gegenstand von Diskussionen, einig ist man sich noch nicht geworden.

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Altstadt-Lehel: Langfristig soll das Tal eine autofreie Zone werden

Fest steht: Langfristig soll das Tal im Rahmen des Konzepts „Autofreie Altstadt“ verkehrsberuhigt, in eine Fußgängerzone umgewandelt werden. „Das wird aber nicht in den nächsten Jahren passieren“, sagt Florian Roth, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat München*. Grund ist der Bau der zweiten Stammstrecke. Das Tal ist Durchfahrtsstraße für die Lastwagen, wichtig also, dass das Tal bis zum Abschluss der Bauarbeiten eine normale Verkehrsstraße bleibt. Trotzdem plädieren die Grünen dafür, das Projekt schon früher anzugehen. „Auch kurzfristig kann das Tal umgestaltet werden, ein bisschen schöner und grüner werden“, findet Roth.

So könnte sich die Stadt München das Tal vorstellen. Aber auch hier sollen langfristig die Autos verschwinden.

Das Mobilitätsreferat schlug zunächst drei Varianten vor, wie das Ganze aussehen könnte. Grundsätzlich sollen dabei vor allem die Kurzzeitparkplätze weichen. Der Bezirksausschuss Altstadt-Lehel* hat die Möglichkeiten mit den Betroffenen bereits diskutiert – also mit Anwohnern, Gewerbetreibenden, Bürgern. Allerdings stellen sich viele Anwohner quer. Auf einer Bürgerversammlung im Circus Krone vergangene Woche machten einige ihrem Ärger Luft, sie fühlten sich in den Planungen übergangen.

Altstadt-Lehel: Architekt will zwei alte Bäche wiederbeleben

Auf Grundlage der Diskussionen hat das Mobilitätsreferat nun eine vierte Version erarbeitet. Ein Beschluss, wie es konkret weitergeht, wurde jedoch vertagt. „Ich denke, bis Ende September könnte eine Entscheidung gefällt werden“, meint Roth. Die Varianten unterscheiden sich grundsätzlich durch den Raum, der Lieferzonen, Taxis, Bussen und Behindertenparkplätzen eingeräumt wird. Der gewonnene Platz durch die wegfallenden Parkplätze würde alternativ genutzt werden: zum Beispiel für Grün- oder Freischankflächen.

Durch das Tal könnte bald wieder ein Bach fließen. Die Autos müssen draußen bleiben.

Ein ganz anderes Konzept, das deutlich aus dem Muster fällt, hat sich Architekt Markus Uhrig einfallen lassen. Schon seit Jahren beschäftigt er sich mit dem Stadtbild. Er findet die aktuellen Vorschläge eher langweilig: „Die sehen leider aus wie alle Fußgängerzonen. Das wird den Orten und vor allem der Geschichte der Orte nicht gerecht.“ Was er sich vorstellt, ist geradezu revolutionär: Früher einmal flossen zwei Bäche aus Richtung Marienplatz zum Isartor, die würde er wiederbeleben. Brücken würden die Ufer miteinander verbinden, Platz für Autos gäbe es hingegen kaum. *tz.de/muenchen ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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