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Kelterei am Viktualienmarkt

Nach 33 Jahren! Beliebter Standbetreiber gibt am Viktualienmarkt auf

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Ein Stand zum Mieten auf dem Viktualienmarkt: Martin Schmeißer gibt seine Kelterei direkt an der Frauenstraße nach 33 Jahren auf. 

Kaum zu glauben: Auf dem begehrten Viktualienmarkt in der Münchner Altstadt gibt es einen Stand zu mieten. Nach 33 Jahren gibt Kelterer Martin Schmeißer seinen Platz auf.

München - Ob fruchtigen Apfelwein, spritzigen Federweißer oder mild süßlicher Schlehenglühwein – 33 Jahre lang konnten die Münchner am Stand der Kelterei Martin Schmeißer auf dem Viktualienmarkt ihre Schöppchen genießen. Jetzt ist das Markt-Häusl mit der Nummer 20/21 direkt an der Frauenstraße bei der Stadt zur Vermietung ausgeschrieben.

Händler hört am Viktualienmarkt auf: “Discounter machen uns kaputt“

368 Euro beträgt die feste monatliche Mindestgebühr, hinzu kommen Umsatzgebühren (abhängig vom Sortiment und dem erzielten Jahresnettoumsatz), Beiträge für die zugehörige Außenfläche (je nach Größe 8,50 Euro/qm) sowie Betriebs- und Nebenkosten. Die Auflage: Bewerbungen für das Objekt sind ausschließlich mit Lebensmitteln, Blumen sowie Gastronomie möglich. Begrüßt werde es laut Stadt besonders, wenn der Betreiber des Stands selbst häufig vor Ort ist. Bewerbungsschluss für das Ausschreibungsverfahren ist der 17. Januar.

Kaum zu glauben, dass ein Händler seinen Platz in dieser sehr begehrten Lage aufgibt. Traditionell bleiben die Stände in der Familie und werden an die Kinder vererbt. Doch der 88-jährige Kelterer mag einfach nicht mehr: „Wir hatten ausgefallene regionale Qualitätsprodukte aus Niederbayern. Aber der Trend, alles nur noch bei den Discountern zu kaufen, macht uns kaputt. Das ist nicht mehr aufzuhalten. Meine Zeit auf dem Markt ist leider abgelaufen.“ Früher habe es in seinem Ort in Feldmoching bestimmt zwanzig Tante-Emma-Läden gegeben, die seien alle weg. „Dafür gibt’ jetzt genauso viele Supermärkte“, sagt Schmeißer.

Veränderung am Viktualienmarkt: Kommt ein Stehcafé an den Platz?

Ein „klassisches halbes Stand-Häuschen auf dem traditionsreichen Münchner Viktualienmarkt“, so steht es in der Beschreibung des Objekts. Und weiter: Der Betrieb beziehungsweise Verkauf kann sowohl im Standinneren (15 Quadratmeter), als auch auf der Außenfläche direkt vor dem Stand stattfinden. Elke Fett, Sprecherin des Viktualienmarkts, könnte sich deshalb vorstellen, dass der Stand etwa für Gastronomie genutzt wird: „Ein Stehcafé zum Beispiel hätte bestimmt gute Chancen, schließlich dürfen ja Bistrotische aufgestellt werden.“ Aber egal, was reinkommt, so Fett: „Das Wichtigste ist, dass der Nachfolger Produkte mit einem hohen Qualitätsstandard vorzuweisen hat.“

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Wegen der anstehenden Gesamtsanierung des Marktes wird der Stand nur befristet – bis 31. Dezember 2020 – angeboten. Ein weiterer Hinweis, der den künftigen Betreiber nicht glücklich machen dürfte: Zum gegenwärtigen Zeitpunkt befindet sich laut Ausschreibung im Stand eine Toilette, die vom bisherigen Händler vor der Rückgabe vollständig entfernt wird. Eine Neuinstallation der WC-Anlage ist laut Stadt nicht mehr möglich.

Tina Layes

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Kommentare

Gigsl
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Es ist schon aussagekräftig wenn ein Herr Schmeißer nun den Supermärkten die Schuld gibt. Supermärkte gibt es seit 30(?) Jahren. Hätte er halt mal jemanden zugelassen der sich damit auskennt. Fachlich und kompetente Hilfe hätte er ja meines Wissens ausreichend gehabt. Aber wenn man alles besser weiß und alle anderen können nix, sondern nur er kann´s, wird´s schwierig. Falls es noch keiner bemerkt hat, am Christkindlmarkt am Marienplatz ist er auch nicht mehr und da ist kein Supermarkt der Glühwein ausschenkt, sondern Mitbewerber die es besser machen.

StenzAntwort
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Und wo hat die Kelterei Schmeißer im münchner Norden Fruchtsäfte verkauft?

Stenz
(0)(0)

Wenn man sich als Unternehmer nicht rechtzeitig um einen Nachfolger kümmert bzw. Keinen zulässt, läuft's unweigerlich auf die Aufgabe hinaus. Nun auf die wachsende Konkurrenz der Supermärkte hinzuweisen hat mit dem Geschäft am Viktualienmarkt überhaupt nichts zu tun.