Krawalle um rechte Demo

Vor dem Spiel gegen den FC Bayern: Belgrad-Fans attackieren Protestler auf dem Marienplatz

Die Proteste richteten sich gegen die Kundgebung von Michael Stürzenberger und Pax Europa.
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Die Proteste richteten sich gegen die Kundgebung von Michael Stürzenberger und Pax Europa.

Rund 1000 serbische Fußballfans versammeln sich auf dem Marienplatz und treffen zufällig auf eine Gruppe, die gegen eine rechtspopulistische Bürgerbewegung protestiert. Plötzlich fliegen Flaschen.

Es sind verstörende Bilder: Flaschen fliegen, jemand schmeißt einen Klappstuhl, ein leerer Bierkasten wird von einem Mann über den Marienplatz getreten. Davor stehen Polizisten, schirmen eine Gruppe Demonstranten gegen offenbar alkoholisierte Fans von Roter Stern Belgrad ab. „Es war eine blöde Situation“, sagt der Münchner Grüne Beppo Brem. „Wir waren eingekesselt.“ Brem war am Mittwoch mit anderen Vertretern von München ist bunt vor Ort – bei einer Protest-Aktion gegen eine rechte Demo von Michael Stürzenberger mit dessen Bürgerbewegung Pax Europa. 

Marienplatz: Belgrad-Fans fühlen sich von Regenbogenfahnen provoziert

Laut Polizeiangaben sammelten sich gegen 16 Uhr (also fünf Stunden vor dem Champions-League-Spiel gegen die Bayern) rund 1000 serbische Fans auf dem Marienplatz. Offenbar hatten die aber ein Problem mit den Regenbogenfahnen von München ist bunt! „Es haben immer mehr Belgrad-Fans ver-sucht, sich uns zu nähern und übergriffig zu werden“, sagt Brem.

Die Polizei schirmte die Gegendemonstranten auf dem Marienplatz ab, die allerdings dann eingekesselt waren. 

 „Es war die Angst da, dass es eskalieren könnte.“ Protest-Teilnehmerin Jenny Schröder sagt sogar: „Mir wurde das Schild aus der Hand gerissen, ich wurde auch mehrfach bespuckt.“ Eine Bierflasche traf einen Polizeibeamten. Der Täter wurde festgenommen. 

Grünen-Politiker wirft KVR Fehlplanung vor

Brem sowie Grünen-Stadtrat Dominik Krause fragen sich, warum die Stadt ausgerechnet an so einem Tag eine Kundgebung von Pax Europa gestatten muss, wenn klar ist, dass zeitgleich gewaltbereite Fußballfans in der Stadt sind. Krause will heute eine entsprechende Anfrage stellen. Ein Sprecher des KVR sagte zu unserer Zeitung, dass der Veranstalter einer Versammlung bei der Orts-Bestimmung freie Wahl habe. Verbote könnten nur erfolgen, wenn die öffentliche Sicherheit oder Ordnung unmittelbar gefährdet ist. Das sei hier nicht der Fall gewesen. 

Belgrad-Fans hinterlassen Spur der Verwüstung am Marienplatz

Die Polizei verzeichnete insgesamt 30 Festnahmen in der Innenstadt und am Stadion – unter anderem wegen Raub, Landfriedensbruch, Diebstahl, Körperverletzung oder Hausfriedensbruch. Ein Belgrad-Fan hatte zudem im Untergeschoss des U-Bahnhofs Pyrotechnik abgebrannt. Es kam zu starker Rauchentwicklung, die U-Bahn-Wache musste die Station räumen.
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Ausschreitungen gab es auch vor dem Bundesliga-Spiel Eintracht gegen Leipzig: Ein krasses Randale-Video  im Netz zeigt das ganze Ausmaß. Auch im Englischen Garten gab es Stress: Aggressive Jugendliche mit provokanter Masche rufen die Polizei auf den Plan. 

Auch nach dem Spiel des 1. FC Kölns gegen die TSG Hoffenheim kam es zu üblen Fan-Randalen. Zudem stürzte ien Mann über die Balustrade.

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