„Eine Institution“

Beliebtes Café im Rathaus bekommt Schonfrist von der Stadt - vorerst

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„Das Café gehört zu München“: Inge Renner darf ihre Gäste fürs Erste weiterhin im Rathaus mit süßen Köstlichkeiten bewirten

Ursprünglich wollte die Stadt der Betreiberin des Burkhof-Cafés im Münchner Rathaus wegen Renovierung kündigen, gewährt nun aber eine Schonfrist.

Am Tresen liegt eine Unterschriftenliste. Hunderte Münchner haben schon signiert. „Die Leute waren entsetzt, als sie gehört haben, dass mein Café schließen soll“, sagt Inge Renner. Seit 18 Jahren betreibt sie das Burkhof-Café im Rathaus. „Eine Institution“, hat eine Kundin als Kommentar ihrer Unterschrift für den Erhalt hinzugefügt. An anderer Stelle heißt es: „Das Café gehört zu München wie der Senf zu den Weißwürsten.“

Vorerst kann Inge Renner ihr kleines Lokal weiter betreiben. Die ursprünglich geplante Kündigung ist aufgeschoben, worüber die Gastronomin sehr erleichtert ist. Es geht schließlich um ihre Existenz, und sie ist ja nicht mehr die Jüngste. Die Rathaus-Regierung aus SPD und CSU hat sich im Zuge der vorgesehenen Modernisierung der München-Information am Marienplatz auf eine Kompromisslösung verständigt. Renner kann bleiben, bis die Bauarbeiten beginnen. „Man soll die gute Frau so lange da arbeiten lassen, wie es möglich ist“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Reissl gestern im Stadtrat. Nach Einschätzung von CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl dürfte das noch eineinhalb bis zwei Jahre der Fall sein. „Und danach kann sich die Pächterin ja für ein neues Café in der Stadtinformation bewerben.“

Andrang in Stadt-und Tourist-Info enorm angestiegen  

Denn in der modernisierten Stadt- und Tourist-Info soll ebenfalls wieder ein kleines Lokal entstehen. Auch dies war Bestandteil des gemeinsamen SPD-und CSU-Antrags, der von allen anderen Parteien im Stadtrat unterstützt wurde. Die bislang einheitliche Stadt- und Tourist-Info soll räumlich getrennt werden und auch zwei separate Eingänge bekommen. Aufgrund der geplanten Erweiterung muss das nebenan liegende Burkhof-Café weichen. Eine Kostenschätzung für den Umbau gibt es bisher nicht.

Die 1996 eröffnete München-Information hat mittlerweile mehr als eine Million Besucher pro Jahr, die sich je zur Hälfte auf Tourist- und Stadt-Info aufteilen. Mittlerweile ist der Andrang so groß, dass der Platz immer enger und die Warteschlangen immer länger werden. Auch das Raumklima sei schlecht, heißt es von der Stadtverwaltung. Eine Renovierung und Vergrößerung ist daher überfällig.

Die zentrale Eintragungsstelle für Volksbegehren soll indes auch nach der Modernisierung in der Stadt-Information bleiben. Diesen Antrag der Grünen bewilligte der Stadtrat einstimmig. Die Verwaltung hatte ursprünglich vorgeschlagen, die Stelle zu verlegen, weil dafür kein Platz mehr sei. Aber die Rathauspolitiker waren sich einig, dass der jetzige Standort ideal und Volksbegehren ohnehin nicht an der Tagesordnung seien. SPD-Fraktionschef Reissl meinte überspitzt: „Also dass sich die Leute alle fünf Jahre für 14 Tage hier eintragen können – das muss ja wohl möglich sein.“ 

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