Aufruf zum Boykott

Todes-Plakat bei CSD-Parade – Bekannter Gastronom sorgt für Wirbel

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Dieser Wagen mit dem Foto von Homosexuellen am Galgen wird beim CSD mitfahren.

Dass die Christopher-Street-Day-Parade nicht nur eine schrill-bunte Party, sondern auch eine politische Demonstration ist, beweist Dietmar Holzapfel jedes Jahr aufs neue mit politisch brisanten Statements. 

München - Dieses Mal ruft der Szene-Wirt gar mit einem Todes-Plakat zum Boykott gegen homophobe Länder auf. Zwei junge Männer stehen mit verbundenen Augen am Galgen. Hinter ihnen zwei vermummte Schergen. Wenn am Samstagmittag der Münchner Christopher Street Day mit der alljährlichen Parade eröffnet, wird ein Wagen mit einem drastischen Motiv für Diskussionen sorgen. Es ist das Gefährt der Wirte des Szenelokals und -hotels „Deutsche Eiche“, Dietmar Holzapfel und Ehemann Sepp Sattler. Sie wollen aufrütteln.

München: Der CSD ist eine politische Demo

Schon seit vielen Jahren beteiligen sich die beiden mitpolitischen Wägen auf dem Christopher Street Day. „Der CSD war von Anfang an eine politische Demo, der Feiercharakter entwickelte sich erst viel später“, sagt Holzapfel. „Mit Recht wird heute moniert, dass der CSD zu viel Party ist – und eben zu wenig politisch.“ Heuer konzentrieren sich die beiden – ähnlich wie schon 2008 – auf die Todesstrafe, die noch immer in einigen Ländern auf Homosexualität steht. Auf ihrem Paradewagen wird ein Galgen stehen, an dem ein Bild aufgehängt ist von der Hinrichtung zweier siebzehnjähriger Homosexueller im Iran. Darüber der Aufruf: „Boykottiert homophobe Länder!“

Homophobie verdient keine Verharmlosung

Einige Besucher werden das Bild zu hart finden, das weiß Dietmar Holzapfel. Wie etwa sollen Eltern ihren Kindern den Wagen erklären? „Wir haben das auch diskutiert“, erklärt er unserer Zeitung. „Andererseits kommen Eltern oft in die Situation, wo sie den Kindern auch grausame Dinge erklären müssen. Leider ist aber die Bestrafung von Homosexuellen in einigen Ländern immer noch grausame Realität, und so etwas muss man meiner Meinung nach auch drastisch zeigen. Wir stehen zu unserem Wagen, respektieren aber natürlich auch die Meinung anderer.“ 

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Am Gärtnerplatz lieben sich die Ampelmännchen, an Bussen flattern Regenbogenflaggen: München freut sich auf den Christopher Street Day. Aber: „München, du hast noch immer ein Problem mit Homophobie!“, findet unser Gast-Autor Marcel Rohrlack.

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