„Geheime Aktion“ war angekündigt

München: Eisbach-Surfer machen ernst - Darum verschwindet die Welle hinter einem Zaun 

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Surfer demonstrieren an Münchner Eisbachwelle

Reiseführer aus aller Welt preisen München als hippe Surferstadt an. Die Surfer selbst aber wollen endlich mehr von der Stadt gefördert werden. Daher greifen sie jetzt zu drastischen Mitteln.

Update vom 28. September 2019: Die Münchner Eisbachwelle gehört zu den beliebtesten Fotomotiven in der Stadt - die Touristen haben am Samstag aber keinen Blick auf die Surfer beim Wellenreiten erhaschen können. Aus Protest gegen die Politik und Verwaltung der Landeshauptstadt bauten die Surfer mehrere Sichtschutzzäune auf und sperrten den Bereich an dem Bach in der Innenstadt für Schaulustige ab.

Hintergrund der Aktion sind Forderungen der „Interessengemeinschaft Surfen in München“, die Eisbachwelle vor einem zu großen Andrang von Anfängern zu entlasten und den Sport direkt zu fördern.

Unter anderem solle eine ganzjährig nutzbare Welle an der Isar ermöglicht werden. Der Vorstand der Gemeinschaft kritisierte, dass sich in den vergangenen zehn Jahren die Situation für die Flusssurfer „rapide“ verschlechtert habe. Wellen in der Isar seien zerstört worden und der Wasserzulauf „zugunsten der Stromerzeugung radikal gekürzt“ worden.

Wassersportler starten geheime Aktion an der Eisbachwelle

Schlangestehen am Eisbach. Surfer fordern Ausweichmöglichkeiten.

Erstmeldung 27. September 2019: Die Eisbachsurfer ohne Zuschauer?! Undenkbar für München. Am Samstag soll das Szenario Realität werden: Die Interessengemeinschaft Surfen in München IGSM wird um 14 Uhr für eine bessere Förderung demonstrieren. Nach Informationen unserer Zeitung planen die Surfer wohl, die Welle zu verhüllen.

Offiziell wollen die Veranstalter der Kundgebung nicht sagen, was sie vorhaben: „Nur so viel: Es lohnt sich zu kommen. Wir werden darstellen, wie wichtig die Eisbachwelle für die Stadt ist“, sagt Wolfrik Fischer, erster Vorsitzender der IGSM. Die Demo sei dringend notwendig wegen des „immensen Nutzungsanstieges“ an den beiden Wellen an der Floßlände und am Eisbach.

München: Zu viele Surfer für zu wenig Wellen

In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Zahl der Surfer in München von rund 1000 auf 2000 glatt verdoppelt. „Das ist gefährlich für die Surfer.“ Deshalb verlangen Fischer und seine Freunde von der Politik jetzt mit Nachdruck, endlich ihre Forderungen umzusetzen: Sie wollen eine dritte Welle am Tucherpark und mehr Kapazitäten an der Floßlände. Wie bereits berichtet, läuft im Tucherpark bereits ein Genehmigungsverfahren für ein Wasserkraftwerk. Eine Studie der Hochschule München hat gezeigt, dass dieses Kraftwerk einfach mit einer Surfwelle kombiniert werden könnte.

Die Anfänger-Welle an der Floßlände kann von Mai bis September täglich für ein paar Stunden zum Surfen genutzt werden. Wolfrik Fischer von der IGSM erklärt: „Die Konzentration auf nur wenige Stunden führt zu Wartezeiten für Surfer bis zu 20 Minuten. So kommt es, dass Anfänger auf die Welle im Eisbach ausweichen, obwohl die aufgrund der starken Strömung nur für Profis ist. Das darf nicht sein!“ Daher die Forderung der Surfer: Öffnet die Floßlände in den Ferien und am Wochenende von früh bis spät abends!

Stadt prüft Zulassung für weitere Surfer-Wellen

Im Rathaus geben sich die großen Fraktionen allesamt offen. Beide Forderungen seien unterstützenswert, sagt Ulrike Grimm, sportpolitische Sprecherin der CSU. Auch Jutta Koller von den Grünen signalisiert Unterstützung: „Bevor irgendwas passiert, ist es besser, wenn es mehr Möglichkeiten für Surfer gibt.“ Die sportpolitische Sprecherin der SPD, Verena Dietl, sagt: „Wir lassen eine neue Welle im Tucherpark prüfen, ebenso wie die Voraussetzungen dafür, dass die Floßlände an der Isar ein langfristig eingerichteter Surfspot für Anfänger werden kann.“ Sie fügt hinzu: „Enttäuscht sind wir von der Blockadehaltung des Freistaats.“ Als OB Dieter Reiter dort anklopfte und um Unterstützung für eine Anfängerwelle an der Dianabadschwelle am Eisbach bat, habe es aus dem für den Englischen Garten zuständigen Finanzministerium geheißen, die Stadt solle bitte auf ihren eigenen Grundstücken nach weiteren Standorten suchen.

Bezüglich der gewünschten Welle im Tucherpark antwortete das Finanzministerium auf Anfrage unserer Zeitung: „Der Freistaat Bayern steht dem Vorhaben einer neuen Surfwelle aufgeschlossen gegenüber. Der Bau bedarf jedoch einer eingehenden Prüfung. Zudem ist eine geeignete Trägerstruktur Grundvoraussetzung.“

Wie gut die Surfer organisiert sind, wird die Kundgebung am Samstag zeigen.

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Das Eisbach-Surfen ist eine weltweit bekannte Münchner Attraktion.  Doch wie lange gibt es die Surferwelle im Eisbach noch? Bekommt München eine zweite Eisbachwelle für Anfänger?

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