Unweit des Marienplatzes

Neues Wirte-Trio für den Spöckmeier: Ihrem alten Lokal Grünwalder Einkehr droht der Abriss

Die Familie Schörghuber übernimmt das Traditionslokal „Zum Spöckmeier“.
+
Die Familie Schörghuber übernimmt das Traditionslokal „Zum Spöckmeier“.

Das Traditionslokal „Zum Spöckmeier“ bekommt wohl eine neue Wirtefamilie. Das alte Restaurant der Gastronomen, die Grünwalder Einkehr, wird wohl abgerissen.

München - Im Traditionslokal „Zum Spöckmeier“ unweit des Marienplatzes tut sich was: Während drinnen die Sanierungsarbeiten laufen, wird die Übernahme durch die Wirtefamilie Schörghuber konkreter. Ihrer alten Wirkungsstätte, der Grünwalder Einkehr, droht derweil der Abriss.

Spöckmeier in München: Familien-Trio will modernen Touch für das Lokal

Aus ihrem Wunsch, das Lokal zu übernehmen und neu zu beleben, machte die Wiesn-Wirtin Arabella Schörghuber nie ein Geheimnis. Jetzt teilt die Familie mit, die Verhandlungen mit der Vermieterin, der Bayerischen Hausbau, stünden kurz vor dem Abschluss. Das Gebäude aus dem Jahr 1972 ist ein Sanierungsfall, die Arbeiten laufen bereits. Ende des Jahres soll hier Wiedereröffnung gefeiert werden.

Die neuen Wirte starten dann als Trio. Neben Tochter Ramona steigt auch Sohn Alexander (21) in die Geschäftsführung ein. Das Wirtshaus soll auch einen modernen Touch bekommen. „Bayerisch, aber weltoffen“, sagt Wirtin Arabella. Für frischen Wind sorgt auch Ramona. Die 23-Jährige hat in der Grünwalder Einkehr erste Erfahrungen als Wirtin gesammelt und freut sich auf ein Münchner Gasthaus, „das in die heutige Zeit passt“, wie sie sagt.

München-Grünwald: Die Tage der Grünwalder Einkehr scheinen gezählt

Die Tage der Grünwalder Einkehr hingegen, die die Familie im vergangenen Jahr verkauft hat, scheinen gezählt. Hier in Premium-Lage auf dem Isar-Hochufer plant ein Münchner* Investor 14 vermutlich hochpreisige Wohnungen in drei Gebäuden. Das Vorhaben stößt vor Ort auf Widerstand. „Ich habe nichts gegen moderne Häuser“, sagt Grünwalds Bürgermeister Jan Neusiedl (CSU) unserer Zeitung. Aber die drei „geschlossenen Bunker“ würden sehr massiv den Ortseingang prägen.

„Mit dem Platz, der denkmalgeschützten Kapelle gegenüber und den Kastanien – das ist schon etwas Einmaliges.“ Und um das zu erhalten, hat der Gemeinderat nun einstimmig einem Bebauungsplan mit gleichzeitigem Erlass einer Veränderungssperre zugestimmt. „Damit ist der Bestand als solches vorerst gesichert.“ Die Grünwalder Einkehr selbst ist nicht denkmalgeschützt. Es wird sich zeigen, inwieweit Investor und Gemeinde einen Kompromiss finden.

Die ehemaligen Eigentümer Arabella Schörghuber und Tochter Ramona verlassen die Einkehr mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Es war eine tolle Zeit. Aber jetzt warten neue Aufgaben auf uns. Wir hoffen, dass wir unsere Stammgäste im Spöckmeier wiedertreffen.“ N. BAUTZ, M. SCHREIB - *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare